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Donnerstag
29.03.2007

Zurücklehnen und sich in ganz grossen Dimensionen mit der Zukunft von sich selbst und der eigenen Berufswelt befassen, tut mitunter gut. Am Donnerstag war es Janet Hull, Head of Marketing der englischen Agentur IPA, die nach der ordentlichen BSW-Mitgliederversammlung zum Thema der Zukunft von Werbung und Agenturen in zehn Jahren sprach. Ihre Agentur hatte dieses Thema zusammen mit der Future Foundation erforschen lassen und war zu einerseits dramatischen, anderseits aber auch schlichten Erkenntnissen gekommen.

Der Wechsel in der Werbewelt, so erklärte Janet Hull einleitend, sei einschneidend und habe drei wesentliche Ursachen: Die Menschheit werde dank Internet, Handy, Blogs und Digitalisierung zu einer Netzwerk-Gesellschaft, und es werde immer schwieriger, sie mit Massenmedien zu erreichen. Mund-zu-Mund-Kommunikation werde darum eine steigende Bedeutung erhalten. Erschwert werde dies durch den Umstand, dass immer mehr Produkte auf die Märkte kommen werden, für deren Einordnung die Konsumenten Orientierungshilfe benötigen. Und schliesslich sei mit zunehmenden Werbeeinschränkungen nicht nur für Alkohol und Tabakwaren zu rechnen, sondern auch für Esswaren mit potenziell gesundheitsgefährdenden Zutaten.

Angesichts dieser Aufgabenstellung sei es wichtig für die Agenturen, sich vertieft mit ihren Kunden und ihren Produkten zu befassen, aber auch gründlicher über die Konsumenten und ihre Bedürfnisse nachzudenken. Als gutes Beispiel nannte sie die «Dove»-Werbung, die alltägliche Frauen statt Supermodels abbildete und damit einen grandiosen Erfolg erzielt habe. Bis in die Agenturkultur hinein müsse ein Wandel passieren, ist die Referentin überzeugt: «Mehr Zusammenarbeit und weniger Konkurrenz» seien erforderlich, postulierte sie. Werbung bleibe die bevorzugte Methode, um neue Produkte bekannt zu machen, lautete die versöhnliche Schlussbilanz, sie werde aber ganz anders sein. - Siehe auch: Frank Bodin zum neuen BSW-Präsidenten gewählt