Der Eichborn Verlag hat den «vorweihnachtlichen Gruss» von Hans-Magnus Enzensberger und Franz Greno, wonach die beiden daran denken, die «Andere Bibliothek» per Ende September 2005 einzustellen, «nicht unkommentiert» gelassen und am Dienstag verlauten lassen, der vorzeitige Beendigungstermin sei «ohne rechtliche und faktische Bedeutung», schreibt Eichborn-Geschäftsführer Matthias Kierzek in einer Medienmitteilung. Zuletzt sei der Vertrag mit Herausgeber Enzensberger bis Ende Dezember 2007 verlängert worden.
«Dessen ungeachtet wünscht Hans Magnus Enzensberger, seinen Herausgebervertrag vorzeitig zu beenden, worüber der Verlag mit ihm seit kurzem verhandelt», ergänzt Kierzek. «Denn unabhängig vom Wunsch des Herausgebers will Eichborn zu seinen Verpflichtungen stehen und wird alle bereits geschlossenen Verträge erfüllen, die bis weit ins Jahr 2006 reichen. Da Hans Magnus Enzensberger diese Titel selbst ausgewählt und zur Publikation angenommen hat, werden sie selbstverständlich auch unter seiner Herausgeberschaft erscheinen.»
Am Montag hatten Greno und Enzensberger ihren Entschluss mit den Worten begründet: «Was lange währt, muss aber nicht ewig dauern.» Gerade weil dieses Unternehmen in den letzten Jahren einige Überraschungserfolge zu verzeichnen hatte - das Humboldt-Projekt, die Aufzeichnungen der Berliner Anonyma und Asfa-Wossen Asserates Manieren-Buch - scheine nun der ideale Zeitpunkt gekommen, um dem Spiel ein Ende zu setzen, hiess es in einer Erklärung.
Dienstag
21.12.2004