Was bringt das neue Jahr? Wirds besser als das vorausgegangene? Und wie beurteilen Medien-, Verlags- und Werbefachleute die ökonomische Situation der Medienbranche insgesamt? Der Klein Report hat aus den 450 Personen an der Dreikönigstagung einige rausgepickt - hier ihre Antworten:
Arthur Tabeling, VR-Delegierter der Dietschi AG («Oltener Tagblatt»): «Wir erwarten ein weiteres Gedeihen für die kleineren- und mittleren Betriebe, in Kooperationen möglicherweise. Unser Modell ist die `MittellandZeitung`, sie wird sich auch weiterhin behaupten. Im Printbereich werden wir 2005 keine Rennaissance der Erträge erleben.»
Roll Bollmann, Geschäftsführer «20 Minuten»: «Für die gesamte Konjunktur sehe ich eher eine Stagnation als ein Wachstum. Mein Wunschdenken wäre natürlich ein Wachstum. `20 Minuten` steigert immer noch seine Leserzahlen und parallell dazu auch seine Werbeumsätze.»
Martin Kall, CEO Tamedia: «Im allgemeinen konjunkturellen Umfeld sehe ich keine Verändrung zu 2004. Für die Tamedia erwarte ich einen leichten Anstieg des Umsatzes, abzüglich der veräusserten Produkte.» Zur (etwas teuren) Neuerwerbung «20 Minuten» meinte Kall: «Wir zahlen einen sehr vernünftigen Preis, zum Zeitpunkt der Übernahme in zwei Etappen. Ich zahle gerne einen hohen Preis für etwas, das etwas wert ist.» In dem Fall läuft alles nach Plan, trotz hartnäckiger Gerüchte von einer etwas anders verlaufenden Übernahme? Lachend konterte er: «Immer alles nach Vertrag.»
Peter Wanner, Verleger der «Aargauer Zeitung»: «...mehr Umsatz, mehr Gewinn...»
Andreas Durisch, Chefredaktor «SonntagsZeitung»: «Ich erwarte ein Jahr wie 2004, keine grossen Sprünge. Was mich hoffnungsfroh stimmt, sind die recht guten Gewinne, die im letzten Jahr erzielt worden sind, womit 2005 wieder mehr investiert werden kann. Für die Redaktion freut mich natürlich, dass wir ab Mitte Jahr unsere Zeitung durchgehend vierfarbig drucken.»
Hans-Peter Rohner, CEO Publigroupe: «Ich sehe es verhalten positiv. Es wird sicherlich nicht schlechter werden. In Teilbereichen haben wir interessante Wachstumsoptionen wie Detailhandel, sämtliche interaktiven Werbeformen, Crossmedia Rubriken-Geschäft (classified Geschäft).»
Günter Heuberger, Geschäftsführer Top Media AG, Radio Top: «Die Privatradios werden bei den Werbeumsätzen zweistellig zulegen.»
Felix Kilchsperger, Verkaufsleiter Radiotele AG: «Der Schweizer Radiomarkt wird 2005 leicht zulegen. Wir selber sind gut ins neue Jahr gestartet. Radio bringt Frequenz, und im Detailhandel beispielsweise ist Frequenz gefragt, um Umsatz zu generieren.»
Andreas Meili, Leiter elektronische Medien der Tamedia AG: «Ich erwarte kein Boom-Jahr. Ich gehe aber davon aus, dass Fernsehen und Internet zulegen werden. Tele Züri und andere regionale TV-Stationen werden weiter wachsen können. Fürs Internet sehe ich eine substanzielle Ertagszunahme von 20% und mehr.»
Stefan Staub, Projektleiter elektronische Medien Publigroupe: «Der Fernsehbereich wird weiter wachsen, auch der Radiobereich. Im Kino rechne ich ab dem 2. Halbjahr mit einem bedeutenden Aufschwung durch die Digitalisierung. Denn dadurch wird es noch attraktivere Werbemöglichkeiten geben.» Dem kann sich Matthias Luchsinger, CEO der Cinecom anschliessen: «Für Sat.1 (Schweiz) sieht es auch im 2005 sehr gut aus. Trotz der Medienschelte für Roger Schawinski hat sich der Sender bereits 2004 sehr gut entwickelt, davon profitiert auch die Schweiz. Bei Sat.1 (Schweiz) haben wir bekanntermassen auch einen starken Programmteil. Beim Publikum zugelegt haben die Formate `People` und `Joya rennt`. Entsprechend stieg letztes Jahr bei beiden Sendungen der Sponsoringbereich um 25%. Für dieses Jahr dürfte es bei beiden Sendungen eine zweistellige Zuwachsrate geben.»
Hanspeter Lebrument, Verleger «Südostschweiz»: «Ich rechne mit einem leichten Ansteigen der Umsätze für die ganze Branche und ebenso bei uns. Zudem hoffe ich sehr, dass das Thema RTVG und die Vertriebsprobleme möglichst rasch erledigt sind.»
Dienstag
11.01.2005