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Dienstag
11.01.2005

Der Verband Schweizer Presse will im laufenden Jahr Standards für die Printmedienbranche erarbeiten, «die für jeden nicht nur erträglich, sondern, wie früher, auch sozial für die Branche sein werden». Dies erklärte Verbandspräsident Hanspeter Lebrument vor 450 Zuhörern an der Dreikönigstagung des Verbands Schweizer Presse im World Trade Center Zürich am Dienstag. Der Verleger der Regionalzeitungsgruppe Südostschweiz erteilte dabei erneut eine Absage an die Mediengewerkschaften, die sofortige Verhandlungen für eine Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags (GAV) fordern.

«Der Meccano bei den Redaktionen ist heute der Folgende: In Zeiten fallender Umsätze werden auch die Redaktionsbudgets gekürzt. In den letzten 4 Jahren wurde der Gesamtarbeitsvertrag trotz stark fallender Werbeumsätze und trotz Widerstand der Verleger zweimal angehoben», sagte Lebrument weiter. «Die Branche setzte falsche Zeichen.» Der Verbandspräsident will auf Grund der Erfahrungen mit der letzten GAV-Erneuerung im Jahr 2000, als die Mehrheit der Verlage dagegen stimmte, die Statuten des Verbands Schweizer Presse ändern. Bei sozialpartnerschaftlichen Verträgen, die tief in unternehmerische Belange eindringen könnten und für die ganze Branche verbindlich erklärt werden sollten, müssten die Statuten so geändert werden, dass eine qualifizierte Mehrheit an Verlagen und Stimmen diesen zustimme, sagte Lebrument. «Dies führt zu einer starken Stellung der kleineren und mittleren Verlage, schützt die Grossen und ist ein wesentlicher Beitrag zur Einheit der Presse.»