Bei der aktuellen Freilassung von Tausenden von Gefangenen in der südostasiatischen Militärdiktatur Burma (Myanmar) sind auch drei Journalisten freigekommen. Reporter ohne Grenzen (ROG) und die Burma Media Association hatten deren Freilassung seit langem gefordert und begrüssten die Haftentlassung der Journalisten Zaw Thet Htwe, Thein Tan und Aung Myint ausdrücklich. Gleichzeitig appellieren die Menschenrechtsorganisation und der Journalistenverband an das burmesische Militär, neun weitere noch inhaftiere Reporter zu amnestieren. Die drei bereits amnestierten Medienleute wurden wegen guter Führung zusammen mit Tausenden anderer Gefangener am 3. Januar freigelassen.
Der Sportjournalisten Zaw Thet Htwe hatte über Korruption im burmesischen Fussballverband berichtet und war im November 2003 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt worden. Dank internationaler Proteste wurde das Urteil im Mai 2004 in eine dreijährige Haftstrafe umgewandelt. Aung Myint war zu 21 Jahren Haft verurteilt worden, nachdem er die internationale Presse über das Schicksal der Friedensnobelpreisträgerin und Vorsitzenden der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) Aung San Suu Kyi informiert hatte. Der 74-jährige Thein Tan war seit 1990 hinter Gittern. Er hatte über den Tod von vier Demonstranten geschrieben. Alle drei nun freigelassenen Journalisten sind laut Berichten während ihrer Haft gefoltert worden.
Unter den neun noch inhaftierten Journalisten ist auch Win Tin (74), der politische Weggefährte von Aung San Suu Kyi. Er ist seit 15 Jahren wegen seiner politischen Überzeugung hinter Gittern. Auch er wurde gefoltert. Bereits im vergangenen November kündigte das burmesische Militär seine Entlassung an. ROG forderte das Militär nun nochmals nachdrücklich auf, ihn und die weiteren inhaftierten Journalisten umgehend freizulassen.
Dienstag
04.01.2005