Für grösstmögliche Verbreitung eines Internetscherzes hat am Dienstag die Zürcher FDP-Präsidentin Doris Fiala gesorgt, nachdem sie erst selbst das Opfer des Schabernacks geworden war. Eine fiktive «Anleitung für Leserbriefe», datiert vom 1. April, gab vor, aus ihrer Feder zu stammen. Darin werden die «lieben Mitglieder» der freisinnigen Partei des Kantons Zürich aufgerufen, fleissig Leserbriefe zum Thema Flughafen zu schreiben und dabei brandschwarz zu lügen. Zudem stellte das PDF-Dokument die angebliche Verfasserin als reichlich beschränkt dar.
So solle man «möglichst häufig den Begriff Schwamendingen verwenden» und darauf achten, den Quartiernamen nur mit einem M zu schreiben. «Es ist übrigens ein Stadtteil von Zürich, wurde mir gesagt», zitiert das Dokument die Parteipräsidentin, die laut einem weiteren Punkt nicht wissen soll, wo Kloten liegt. Man solle auch entgegen den Beschlüssen des Vorstandes «schreiben, dass uns die Anliegen der Bevölkerung am Herzen liegen». Und schliesslich lautet ein weiterer Punkt, bis zu den Wahlen in zehn Tagen dürfe man «schreiben, dass uns das Klima am Herzen liegt. Nach den Wahlen gelten wieder die offiziellen Beschlüsse.»
So weit, so na ja. Täglich schwirren derartige Hoaxes millionenfach durch das Internet. Auch dieses Spässlein hätte man zweifellos rasch weggeklickt, hätte es nicht die echte Doris Fiala dutzendfach an Freunde und Bekannte geschickt und dabei im Begleitschreiben Wert darauf gelegt, NICHT Autorin der seltsamen «Anleitung» zu sein. Sie habe etwa ein Dutzend Anrufe und E-Mails erhalten mit der Frage, ob das wirklich von ihr sei, erzählte sie am Dienstag dem Klein Report. «Man glaubts ja gar nicht, wie blöd die Leute sein können», sagte sie erstaunt und empört zugleich.
Dienstag
03.04.2007