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Sonntag
01.04.2007

Ein Dokumentarfilm über Literaturnobelpreisträger Günter Grass unter dem Titel «Der Unbequeme - Der Dichter Günter Grass» ist am Sonntagabend im Beisein des Porträtierten in Düsseldorf uraufgeführt worden. Der Film zeigt den Autor während der Arbeit an seinem autobiografischen Buch «Beim Häuten der Zwiebel». Sichtbar wird die Verletztheit des 79-Jährigen, dem manche Kritiker sein spätes Bekenntnis der Mitgliedschaft in der Waffen-SS vorgeworfen haben. «Ich habe mich wiedererkannt», kommentierte Grass schmunzelnd unmittelbar nach der Vorführung. Um einem solchen Dokumentarprojekt zustimmen zu können, «muss eine Fülle da sein; ich glaube, dass man ein bestimmtes Alter erreichen muss». Vorher hätte er diesem Film wohl kaum zugestimmt, sagte der Schriftsteller.

Die Autorinnen Nadja Frenz und Sigrun Matthiesen begleiteten Grass für den Film zwei Jahre lang mit der Kamera. Dabei hielten sie nicht nur die Entstehung der Lebenserinnerungen des Autors und den anschliessenden Medienrummel über seine SS-Enthüllung fest. Sie folgten dem prominenten Autor auch zu Reisen in seine Geburtsstadt Danzig, nach Paris, Lübeck oder Warschau und schufen damit zugleich eine filmische Grass-Biografie, welche die wichtigsten Stationen seiner künstlerischen Entwicklung nachzeichnet.