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Mittwoch
11.04.2007

Am diesjährigen Welttag des Buches präsentiert der Schweizer Buchhandel nicht nur die Sonnseite seiner Zunft: Neben attraktiven Leseförderungsprojekten gibt es auch Läden, die aus Protest gegen den Fall der Preisbindung für einen Tag schliessen. An der Aktion der Kleinbuchhandlungs-Vereinigung VUKB demonstrieren Dutzende Buchhandlungen in der Deutschschweiz, was passiert, wenn der feste Buchpreis fällt: Laut Studien führt das zu einem «Lädeli»-Sterben, weil Grossbuchhandlungen den kleinen mit Discountpreisen den lukrativen Bestsellerhandel abspenstig machen.

Der Welttag des Buches steht im Übrigen in der Schweiz unter dem Motto «Die Schweiz liest». Den Auftakt machte bereits am 1. April der Start zum MMS-Wettbewerb «Zeige mir, was du liest». Für die originellsten Handy-Fotos von Lesern und ihren Büchern gibt es Elektronika und Büchergutscheine zu gewinnen. Hinzu kommt eine Bookparade in Zürich, ein Umzug am Abend des 23. April in der grossen Halle des Hauptbahnhofs, wo wie in vielen Schweizer Bahnhöfen tagsüber Gratisbücher verteilt und Texte vorgelesen werden. An der Endstation, dem Theater am Neumarkt, geht die Parade in einen Lesemarathon über, wo verschiedene Autorinnen und Autoren ihre Bücher vorstellen.

Eigentliche Zentren des Buchfeiertags sind aber die grösseren Schweizer Bahnhöfe: Videoclips auf Grossleinwänden, eine exklusive Gratisausgabe von Peter Bichsels «Meine Reise zu Cordes» und vorlesende Schauspieler sollen zum Lesen animieren. Besonders spektakulär putzt sich der Hauptbahnhof Zürich heraus: Mit einer schwebenden Grossskulptur aus fliegenden Büchern und einer Temporärbibliothek mit bequemen Sesseln. Insgesamt haben bisher schweizweit 430 Bibliotheken, Buchhandlungen und andere Institutionen Veranstaltungen zum Weltbuchtag angekündigt.