Von der neuen Mediennutzungsstudie des Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) hat sich der Klein Report den Abschnitt «Künstliche Intelligenz im Journalismus» näher angeschaut.
Seit dem Launch von ChatGPT im Herbst 2022 hat sich die Nutzung von generativer KI nahezu verdoppelt. Auch die Nutzung von KI-Chatbots für den täglichen News-Feed entwickelt sich laut Studie «hochdynamisch». Dies gilt sowohl international als auch in der Schweiz.
Ob das ein Fluch oder ein Segen ist, darüber scheiden sich die Geister. Unter den 15 Interviewpartnern des fög sehen manche in der neuen KI-Technologie einen wichtigen, wenn nicht überhaupt den wichtigsten Treiber von Neuerungen. Sei es in der Entwicklung neuer Produkte, vor allem, wenn sie «personalisiert» auf den User zugeschnitten werden sollen.
Die Bevölkerung steht KI-generiertem Content im Journalismus allerdings skeptisch gegenüber. Man vertraut immer noch mehr auf den «human factor». Werden KI-Tools jedoch bei der Recherche oder Datenanalyse lediglich als Hilfsmittel beigezogen, ist die Akzeptanz relativ hoch.
Die meisten der vom fög für ihr Mediennutzungs-Prophetie befragten Experten gehen von einer «Disruption in der Medienbranche» aus, verursacht durch die KI. So prophezeien sie, dass die User mehr und mehr via KI-Tools Informationen suchen werden, ohne dabei bei den Medienmarken vorbeizuklicken.
Dies unter anderem deshalb, weil die Suchfunktionen auf den digitalen Kanälen der Medienmarken eher schlecht als recht «funktionieren».
Die breite Bevölkerung ist hier zwar noch zurückhaltend, so zumindest das fög. Doch gerade die Jüngeren nutzen bereits gerne und oft KI-Chatbots zu News-Zwecken.
Weiter zeige sich gemäss Studie, «dass journalistische Medien bei KI-Chatbots als Quelle stark sichtbar sind – allerdings längst nicht alle Medienmarken. Für Medienmarken problematisch wird vor allem das ’Zero-Click’-Verhalten vieler Nutzer:innen, das vermutlich zu einem starken Rückgang des Traffic für Medienmarken führen wird.»
Doch der Fluch der KI ist zugleich auch ein Segen für die Medien: Dass es in einer von KI-Content gefluteten Informationswelt immer trickreicher wird, zwischen «authentischen» und «künstlich erzeugten» Inhalten zu unterscheiden, verschaft dem Journalismus gegenüber den KI-Anbietern ein Vertrauens-Plus. So sieht es zumindest die Mehrheit der befragten Wissenschaftler und Medienexpertinnen.
Doch gebe es auch Hinweise darauf, dass sich im Zeitalter von KI ein generelles Misstrauen, auch gegenüber Medien, ausbreiten könnte. «Profitieren könnten Medien nur dann, wenn sie klare Mechanismen und Regeln der Qualitätssicherung befolgen», heisst es weiter.
Dazu zählen zum Beispiel klare Regeln für den Einsatz von KI. Und ihre transparente Einhaltung.




