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Montag
27.12.2004

Der weltweiten Unterhaltungselektronikbranche steht ein schweres Jahr bevor, weil bei umsatzstarken Geräten wie Flachbildschirmen die Preise dramatisch sinken. Die «Financial Times Deutschland» (FTD) rechnet laut einem Beitrag vom Montag mit Einbrüchen von bis zu 30%. «Die Preise werden weiter sinken», zitiert die FTD Laura Behrens, Analystin bei dem Marktforschungsunternehmen Gartner G2. Die wachstumsstärksten Produkte werden 2005 nach Meinung von Analysten DVD- und Festplattenrekorder, tragbare Musikspieler sowie alle Arten von Flachbildschirmfernsehern sein. Bei den Digitalkameras dürfte sich das rasante Wachstum hingegen abschwächen.

Unterhaltungselektronikkonzerne wie Sony, Matsushita, Samsung, Philips und LG Electronics müssen den Umbruch in ihrer Branche bewältigen: Die Digitalisierung von Fotos, Filmen und Musik sorgt für einen hohen Anpassungsdruck, da Geräte wie MP3-Spieler oder DVD-Player leicht von Billiganbietern zusammengebaut und zu Kampfpreisen angeboten werden können. «Es ist ein schwieriges Geschäft: zu viele Konkurrenten, immer kürzer werdende Lebenszyklen», sagt Didier Scemama, Analyst bei der Bank ABN Amro.

Auf der anderen Seite ist die Digitalisierung der entscheidende Wachstumstreiber. Inhalte wie Filme, Fotos oder Musik können schon bald auf einem Gerät gespeichert und von dort auf Fernseher oder die Musikanlage übertragen werden. Diese Entwicklung ruft neue Wettbewerber auf den Plan - Computerhersteller wie Dell oder Hewlett Packard (HP) etwa oder den US-Softwarehersteller Microsoft. Microsoft setzt darauf, mit seinem Betriebssystem Windows Geräte zu steuern, in denen Filme oder Musik gespeichert werden. Damit hätte der Konzern die Schaltzentrale besetzt.

Zum Wandel gehört auch der Krieg um den künftigen Standard für Speichermedien. Mit dem Einzug des hoch auflösenden Fernsehens sowie der Verbreitung von schnellen Internetanschlüssen bieten herkömmliche DVDs nicht mehr genug Speicherplatz. Mit zwei neuen Technologien, Blu-Ray-Discs (BRDs) und HD-DVDs wird um die Nachfolge in dem milliardenschweren Markt gerungen. Beide Standards bieten ein Mehrfaches an Speicherkapazität. Samsung, Matsushita, Sony, Philips und LG Electronics gehören zum BRD-Lager; Toshiba und NEC stützen den HD-DVD-Standard. Beide Gruppen haben in den vergangenen Wochen wichtige Inhalteanbieter wie Unterhaltungskonzerne oder Filmstudios für ihre Technologien gewinnen können. Derzeit scheint der Wettstreit daher ausgeglichen.