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Dienstag
10.04.2007

«Miese Bezahlung, höllische Arbeitszeiten, angeschlagene Gesundheit, zerrüttetes Privatleben und zunehmend unsichere Perspektiven» - mit derartigen Ausdrücken qualifiziert ein Artikel die Schweizer Werbebranche in der Zeitschrift «M» der Gewerkschaft Comedia. Der Nachteil des Beitrags: Die meisten Informanten bleiben anonym - weil sie fürchten, entweder umgehend die Stelle zu verlieren oder keine mehr zu finden. Diese Angst sei auch bei den Geschäftsleitungsmitgliedern verbreitet: «Wie der Teufel das Weihwasser scheuen sie es, ihren Namen in negativem Zusammenhang lesen zu müssen», schreibt Verfasser Daniel Bouhafs.

In seinem Artikel nennt der Journalist verschiedene Fälle von Leuten, die wegen der aufreibenden Arbeit gesundheitliche Probleme bekommen hätten. «Panikrauchen» und «Kampftrinken» nennt er als weitere Symptome einer unguten Entwicklung. Und wer es sich erlaube, «ein Privatleben zu haben, in dem sogar eine Partnerin oder ein Partner vorkommt, kann in angespannten Zeiten durchaus das erste Abbauopfer der Agenturbosse werden». Trotzdem seien lausige Löhne von 4400 Franken für eine Polygrafin oder 5700 Franken für eine Texterin bei 55 bis 70 Arbeitsstunden pro Woche gang und gäbe.

Daniel Bouhafs, der Autor des Beitrags, kennt die Werbebranche aus eigener Erfahrung als Freelancer. «Ich bin überzeugt, dass ich nicht nur einige Extremfälle zusammengetragen habe, sondern ein repräsentatives Bild zeichne», sagte er am Dienstag gegenüber dem Klein Report. Noch habe er keine Reaktionen erhalten. Das könnte sich jetzt ändern. Unter http://www.comedia.ch/20.html ist der ganze Artikel aufgeschaltet.