Im Schweizer Fussball sorgt im Medienbereich ein neues Phänomen für rauchende Köpfe: Content Creators, Influencer, Blogger und Vlogger (Video-Blogger) drängen in die Stadien und machen den konventionellen Journalisten und Fotografen die Plätze auf den Tribünen und am Spielfeldrand streitig.
Philippe Guggisberg, Chief Communication Officer der Swiss Football League, sagt gegenüber dem Klein Report: «Es ist alles extrem in Bewegung – und wir sehen uns beim Überprüfen der Akkreditierungsanträge mit ganz neuen Herausforderungen konfrontiert.»
Die zentrale Frage dabei ist: Wo hört der Journalismus auf? Und wo beginnt das Hobby eines Fans, der Inhalte über einen privaten YouTube-Kanal verbreitet? Damit gerät das bisherige Akkreditierungssystem zunehmend ins Wanken.
Exakt an diesem Punkt stellen sich für die Fussballverbände auch rechtliche Fragen. Schliesslich werden die TV-Rechte für viel Geld an Fernsehstationen verkauft. Wenn dieselben Bilder danach auf frei zugänglichen Online-Kanälen greifbar sind, ergeben sich juristische Probleme.
Guggisberg nennt gegenüber dem Klein Report ein weiteres Phänomen, das zunehmend Schule macht: «Wir erhalten immer mehr Anmeldungen von angeblichen Medienschaffenden, die angeben, im Auftrag eines einzelnen Spielers unterwegs zu sein.»
Genau hier zieht die Swiss Football League eine klare Grenze. Guggisberg dazu: «Wir akzeptieren nur Akkreditierungen, die über einen Klub eingereicht werden. Berichterstatter für einzelne Spieler kommen nicht infrage.»
Das Thema beschäftigt neben Verband und Vereinen auch die Medien- und Presseverbände. Sandro Mühlebach, Interimspräsident des Schweizer Sportjournalistenverbands sportpress.ch, sagt zum Klein Report: «Die Angelegenheit ist komplex – und die wichtigste Frage lautet: Wo ziehen wir die Grenzen?»
Dabei wolle sich der Schweizer Verband am internationalen Pendant AIPS orientieren, dessen Kongress im April in Lausanne stattfindet.
Für Mühlebach geht es vor allem darum, den eigenen Berufsstand zu schützen – und zu verhindern, dass rein kommerzielle Interessen darüber bestimmen, wer aus den Stadien Bilder, Texte oder Videos verbreitet.




