Der deutsche Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) fordert, dass für die privaten Radio- und TV-Anbieter Wettbewerbsnachteile abgebaut werden. «Die Probleme liegen insbesondere in den in Deutschland einzigartigen Wettbewerbsverzerrungen durch die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die 2009 über Erlöse von rund 8,4 Milliarden Euro verfügten», sagte VPRT-Präsident Jürgen Doetz. «Damit begrenzen sie den Markt für private Medienangebote deutlich.»
Doetz hält die «übermässigen Angebote» von ARD und ZDF für die grössten Hemmnisse für die Entwicklung des Pay-TV-Marktes. Die gebündelte Einkaufsmacht der gebührenfinanzierten Anstalten wirke sich auf den internationalen Lizenzmärkten negativ aus etwa im Wettbewerb um Sport- oder Filmlizenzen. Der VPRT-Präsident warnt zudem vor weiteren Werbeverboten oder Einschränkungen.
Schuld an der Unzufriedenheit bei den privaten Radio- und Fernsehanbietern dürften auch die Zukunftsprognosen sein: «Unsere Branche wird trotz der fortschreitenden Digitalisierung und wirtschaftlichen Erholung deutlich hinter ihren früheren Umsatzzahlen zurückbleiben», sagte Jürgen Doetz. Die Experten des VPRT erwarten ein Wachstum von 4 Prozent bei der TV-Werbung (2009: 3,39 Milliarden Euro) und einen Anstieg um 2,3 Prozent bei der Radiowerbung (2009: 455 Millionen Euro).
Sonntag
25.07.2010




