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Mittwoch
21.03.2007

Das ganze Vorhaben pendelt irgendwo zwischen ernsthafter Strukturförderung und vergnügtem Schabernack, kann aber durchaus eine gewisse Wirkung entfalten. Seit kurzem darf sich nämlich der frühere «Kassensturz»-Chefredaktor, Bundeshaus-Journalist und heutige Kommunikationsberater Peter M. Wettler «Fürst von Belfort - Altezza serenissima» nennen, was eher nach Ulk tönt.

Ernsthaft wird es hingegen, wenn man sich mit dem Neo-Alpenfürsten über seinen neuesten Job unterhält. Die Gemeindebehörden des Albulatals seien enttäuscht gewesen, als der Bund ihrer Region kein Entwicklungspotenzial zugestanden habe, erzählt Peter Wettler. Deshalb seien sie auf den Gedanken verfallen, sich einen Fürsten zu suchen, der etwas Schwung in ihr Gebiet bringen könne. Sogar eine Stiftung gründeten sie zu diesem Zweck und stellten dem Amtsinhaber ein (vermutlich sonst weitgehend leer stehendes) Zimmer in einem Hotel in Alvaneu zur Verfügung. Dort will Neo-Alpenfürst Wettler «Hof halten», wie er es nennt: «Gespräche führen, zuhören und Impulse geben.» Bereits hat er einiges Potenzial im Tal ausgemacht: «Es hat 14 Bio-Bauern, ein Schwefelbad, einen 18-Loch-Golfplatz und eine Burgruine», zählt er auf.

Damit aber noch nicht genug: Zusammen mit dem Stadtzürcher Elektrizitätswerk könnte man ein Biokraftwerk erstellen, schwebt ihm vor, und mit der Unterstützung von Postauto und Rhätischer Bahn einen sanften Tourismus fördern. «Es geht um Arbeitsplätze», formuliert er sein Ziel. «Die Leute bleiben sesshaft im Tal, wenn man ihnen attraktive Arbeitsplätze anbieten kann.» Noch ein Wort zum Namen Belfort, der nichts mit der gleichnamigen Stadt in Frankreich zu tun hat: Ein früheres einheimisches Fürstengeschlecht, die Freiherren von Vaz, hatte eine Burg dieses Namens erbauen lassen. Unter http://www.belfort.ch ist mehr zu erfahren.