Er ist hochoffiziell für die gute Stimmung zuständig. Und das ausgerechnet an der Eishockey-WM.
Gian Gilli trägt den Titel «Head of Happiness» der WM in Zürich und Fribourg. Ein Job, der klingt wie ein PR-Gag – aber tatsächlich ernst gemeint ist. Und einer, der zu ihm passt. Dabei hätte seine Geschichte mit dieser WM auch ganz anders enden können.
Im Vorfeld der ursprünglich geplanten Heim-WM 2020 war Gilli noch CEO des Turniers. Vier Jahre lang arbeitete er am Grossanlass, baute Strukturen auf, band Leute ein, trieb Projekte voran. Dann kam die Pandemie – und die Absage.
Gian Gilli nahm es damals mit jener Mischung aus Realismus und Fatalismus, die ihn auszeichnet: «Das tut schon weh. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals ein Grossanlass, der ungefähr alle zehn Jahre stattfindet, so kurz vor der Austragung abgesagt wurde. Wir haben vier Jahre lang Aufbauarbeit geleistet, viele Leute einbezogen», sagt er zum Klein Report.
Gleichzeitig relativierte er: «Wenn ich mir allerdings die Weltlage anschaue, gibt es schlimmere Schicksale.»
Sechs Jahre später ist die Eishockey WM zurück in der Schweiz. Zürich und Fribourg sind die Bühnen, doch an der Spitze steht inzwischen ein anderer: Christian Hofstetter.
Für Gilli ist das kein Bruch, sondern ein Übergang. «Das ist voll in Ordnung. Es ist Zeit für einen Jüngeren», sagt der 68-Jährige.
Gilli war unter anderem von November 2015 bis Mitte 2018 Geschäftsführer von Infront (Infront Ringier).
Ganz loslassen wollte er den Eishockey-Anlass aber nicht. Also bekam er eine Rolle, die es so wohl noch nie gab: «Head of Happiness».
Gilli beschreibt den Job mit einem Schmunzeln: «Ich bin der Glücklichmacher der WM – und muss dafür schauen, dass es allen gut geht», sagt er zum Klein Report. Gemeint sind vor allem die Freiwilligen. 1'000 in Zürich, 600 in Fribourg. Menschen, ohne die kein Spiel, kein Ablauf, kein Turnier funktionieren würde.
Gian Gilli kennt dieses Umfeld. Schon bei der A-WM 2009 in Bern und Kloten gehörte er zur Turnierleitung. Heute pendelt Gilli zwischen den beiden WM-Städten hin und her – zwei Tage Zürich, zwei Tage Fribourg. Ein organisatorischer Spagat, der für ihn vor allem eines ist: spannend. Auch wegen der Mentalitäts- und Sprachunterschiede zwischen den Regionen.
Mit einem Augenzwinkern, und wohl auch mit etwas Unterstützung der Schweizer Nationalmannschaft, sorgt Gilli dafür, dass an dieser WM nicht nur Tore fallen, sondern auch gute Gefühle entstehen – dies- und jenseits des Röstigrabens.




