Über einen Fall unsensiblen Umgangs der Schweizer Behörden mit einem Schweizer Wahrzeichen im Ausland hat am Ostersamstag der Zürcher «Tages-Anzeiger» berichtet. Der Bund wolle das notabene rentable Centro Svizzero in Mailand verkaufen, was bei den Betroffenen «auf allseitiges Unverständnis» stosse. Das fragliche Zentrum stehe in der lombardischen Kapitale an bester Lage an der Piazza Cavour und beherberge das schweizerische Generalkonsulat, die schweizerische Handelskammer, die Niederlassung von Schweiz Tourismus, ein Kulturzentrum sowie die Räumlichkeiten des Schweizervereins Mailand. Zum Komplex gehöre ausserdem ein 20-stöckiges Bürohochhaus, das knapp zur Hälfte an die UBS vermietet sei.
Das Bundesamt wolle sich von den Liegenschaften trennen, bestätigte der Sprecher des Finanzdepartementes, Dieter Leutwyler, den Zeitungsbericht. Nach Ostern sollten Verhandlungen mit dem Schweizer Verein beginnen, der dem BBL das dazugehörende Land damals geschenkt hatte. Das Gebäude werfe zu wenig ab. Darum soll das Wahrzeichen schweizerischer Präsenz in der lombardischen Wirtschaftsmetropole verkauft werden.
Die Betroffenen sprechen von «Wahnwitz», wie die Zeitung Roberto Engeler, Präsident der Dachvereinigung der Italienschweizer, zitiert. Alle Schweizer Institutionen in Mailand haben sich demnach gegen die Veräusserung ausgesprochen. Mit einem Verkauf würde sich die Schweiz ihres «Kristallisationspunktes» in Mailand berauben, soll Engeler gesagt haben. Ausserdem sei der Verkauf ein Affront gegenüber den Mailandschweizern, die viel Geld und Fronarbeit in das Zentrum gesteckt hätten. Die Pläne Berns sind für Engeler umso unverständlicher, als das Gebäude «vollständig renoviert ist und Gewinn abwirft».
Samstag
07.04.2007