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Freitag
30.03.2007

Das Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Bern (IKMB) blickt auf «ein Jahr der Krise» zurück, wie Institutsdirektor Roger Blum in seinem am Freitag verschickten Jahresbericht schreibt. Begonnen habe diese Periode mit «dem Schock, dass die finanziellen Mittel arg geschrumpft waren, weil frühere Quellen der Universität nicht mehr sprudelten». Faktisch sollte das Institut mit 60 Prozent der bisherigen Ressourcen auskommen, was ohne dramatischen Stellenabbau nicht möglich gewesen wäre. Zwar hätten Fakultät und Universitätsleitung auf Gesuch «einen Zustupf» gegeben, nie aber im erwünschten Ausmass. Es sei für das Team «eine harte Belastungsprobe» gewesen, weil zwei Seminare erst abgesetzt, auf dringenden Wunsch der Universitätsleitung dann aber doch durchgeführt werden mussten, heisst es weiter im Jahresbericht.

Schliesslich habe der Förderverein eine sehr positive Rolle gespielt. Blum wörtlich: «Mit einem namhaften Beitrag federte er die Personalmassnahmen ab und half so, Härten zu vermeiden. Kam dazu, dass wir viele Hiobsbotschaften entgegennehmen mussten, weil Projektanträge abgelehnt wurden, Fördergelder nicht flossen, Offerten nicht zum Erfolg führten, wir an potenzielle Sponsoren nicht herankamen. Wir stolperten von der einen Krisenstimmung in die andere.»

Trotz allem sei die Forschung weitergegangen, und es sei möglich gewesen, zwei Projekte abzuschliessen. Blum fand neue Sponsoren und führte zusammen mit der Agentur Furrer, Hugi und Partner erstmals Berner Politgespräche durch, die voll eingeschlagen hätten. Mit Gästen wie dem ehemaligen Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Lothar Späth, den Bundesräten Samuel Schmid und Christoph Blocher sowie Verleger Jürg Marquard habe das IKMB immer wieder für Aufsehen gesorgt. Blums Schlussbilanz darum: «Die Studierenden spürten, dass wir uns trotz aller Schwierigkeiten bemühten, das Studium spannend zu gestalten - durch die Verbindung von Theorie und Praxis, durch die Kombination von Kompetenz und Attraktivität. Und ich glaube, das ist uns 2006 gelungen.» - Siehe auch: Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaften vor schmerzhaften Sparmassnahmen und Uni Bern: Medienstudis vor geschlossener Tür