Die Brandkatastrophe in Crans-Montana an Silvester fordert das System Schweiz in jeder Lage.
Die vielen Patienten mit schweren Verbrennungen können in der Schweiz nicht mehr ausreichend behandelt werden. Nachdem für alle Verletzten eine Erstversorgung in Schweizer Spitälern sichergestellt worden sei, folgt nun die Verlegung in ausländische Spitäler.
«Die Verlegungen sind medizinisch dringlich», teilte dazu das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (Babs) am späten Abend des Berchtoldstags mit.
«Die Schweiz hat daher über den dafür vorgesehenen Prozess des Union Civil Protection Mechanism um Unterstützung ersucht, nachdem verschiedene Staaten und das EU Emergency Response Coordination Centre ERCC ihre Unterstützung angeboten hatten», informierte das Bundesamt am 2. Januar.
Die Hilfe umfasse unter anderem spezialisierte Behandlungsplätze und medizinische Lufttransportkapazitäten. Die Spitäler im Wallis und in Lausanne werden von französischen und italienischen medizinischen Equipen unterstützt. Diese Burns Assessment Teams helfen bei der Koordination von Transporten in ihre Länder.
Die Patientinnen und Patienten mit dermassen schweren Verbrennungen brauchen eine hochspezialisierte medizinische Versorgung, gemäss verschiedenen Ärzten seien nun die nächsten 48 Stunden äusserst wichtig.
Zurzeit werde mit 50 Verlegungen nach Deutschland, Frankreich, Italien und Belgien gerechnet, die bis Sonntag durchgeführt werden sollen, so das Bundesamt. Weitere Plätze seien von anderen Staaten angeboten worden. «Da es sich um eine enorm grosse Anzahl schwerverbrannter Patienten handelt, müssen auch Verlegungen in weiter entfernte Länder ins Auge gefasst werden.»
Bis am Samstagabend sind schlussendlich 22 Patientenflüge ausgeführt worden.
Medizinische Lufttransportkapazitäten stellten bisher Deutschland, Frankreich, Luxembourg, Rumänien und Italien zur Verfügung.
Die Spitäler in Lausanne (CHUV) und das Zürcher Universitätsspital hätten den Auftrag für die hochspezialisierte medizinische Versorgung von Brandverletzten in der Schweiz. Der Nationale Verbund Katastrophenmedizin hat eine Strategie zur Verlegung der Patienten festgelegt, «wonach möglichst viele Patienten einen Platz in einer spezialisierten Klinik für die Behandlung von Verbrennungsopfern im In- oder Ausland erhalten sollen», wie es weiter über die dramtischen Ereignisse heisst.
Die Nationale Alarmzentrale und Ereignisbewältigung NEOC des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz koordiniert die medizinischen Evakuationen zwischen allen Spitälern, der Rega, dem EU Emergency Response Coordination Centre ERCC sowie weiteren beteiligten Organisationen.
Die Helpline 0848 112 117 stehe den Angehörigen der Opfer sowie Leichtverletzten und Zeugen zur Verfügung.




