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Donnerstag
19.02.2026

Medien / Publizistik

Die französisch-schweizerische Schriftstellerin Corinne Desarzens (73) wird vom Bundesamt für Kultur (Bak) mit dem Grand Prix Literatur 2026 ausgezeichnet.

In «Le petit cheval tatar» (La Baconnière, 2025) spüre Desarzens dem symbolträchtigsten unserer Sinne, dem Sehsinn, nach. «Dabei untersucht sie anhand von Wissenschaft, Kunst und Geschichte die unerschöpflichen Spielereien und Kunstgriffe des Blicks», schreibt das Bundesamt über die Preisträgerin.

Seit dreissig Jahren erfinde sie die Autobiografie neu, indem sie ausschweifend erzähle und dabei auf zahlreiche Anekdoten, unnötiges Wissen und Zitate zurückgreife. «Das Ich verschwindet, damit die Welt in Fragmenten aufleuchten kann. Die kurz- und altersweitsichtige Schriftstellerin hat sich das Verschwommene zum Stilmittel gemacht, um das Wesentliche zu erkennen», so das Bak.

«Für die Originalität ihres Blicks, ihre umfassende Neugier und das Funkeln ihres Stils, aber auch für das unerwartete Glück, das sie uns beim Lesen immer wieder schenkt, wird Corinne Desarzens mit dem Schweizer Grand Prix Literatur ausgezeichnet», heisst es über Desarzens, die früher als Journalistin für die Tageszeitungen «Journal de Genève» und «Tribune de Genève» gearbeitet hat.

Für das Bundesamt sitzen in der Jury: Präsident Thierry Raboud, Francesca Baranzini, Christa Baumberger, Dominique Bressoud, Valentin Decoppet, Lydia Dimitrow, Natascha Fioretti und Robert Leucht.