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Donnerstag
29.01.2026

Medien / Publizistik

Viele Reaktionen auf Blatters Post auf X...

Viele Reaktionen auf Blatters Post auf X...

Ausgangspunkt war ein kurzer Post auf der Plattform X – und ein grosses Echo.


Sepp Blatter teilte dort ein Zitat des Basler Strafrechtsprofessors Mark Pieth zur Fussball-WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko: «Für die Fans gibt es nur einen Ratschlag: Bleiben Sie den USA fern.»

Blatter kommentierte knapp: «Ich glaube, Mark Pieth hat Recht, den World Cup infrage zu stellen.»

Bis Donnerstag wurde die Botschaft 600’000 Mal gelesen. Das Echo war enorm. Rund 30 nationale und internationale Medien meldeten sich beim früheren Fifa-Präsidenten – wie Blatter gegenüber dem Klein Report sagte. Zu den Anfragen gehörte auch eine von der «New York Times». Nach der Zusage setzte sich die Korrespondentin Rebecca R. Ruiz sofort in den Flieger nach Zürich.

Der Walliser empfing die Journalistin im Zürcher Restaurant Sonnenberg hoch über der Stadt – einem Ort mit Symbolcharakter. Die Fifa, damals unter Blatters Regie, hatte das Restaurant einst übernommen. Heute dient es ihm als Rückzugsort – und gelegentlich als Bühne für mediale Auftritte.

Der frühere Fifa-Präsident zeigte sich vom Ausmass der Resonanz seiner Message überrascht, aber keineswegs irritiert. Dass ein einzelner Post noch immer globale Aufmerksamkeit erzeugt, bestätigt seine anhaltende Wirkungsmacht. Gegenüber dem Klein Report sagt Blatter am Donnerstag: «Das ist bemerkenswert. Aber es freut mich, dass mein Wort noch immer Gewicht hat.»

Die Kritik an der WM 2026 verbindet Blatter mit einer grundsätzlichen Skepsis gegenüber der heutigen Fifa-Führung. Über seinen Nachfolger Gianni Infantino spricht Blatter ungewöhnlich offen. Der amtierende Präsident habe die Rolle neu definiert – weg vom gewählten Verwalter, hin zur machtzentrierten Figur.

Infantino bewege sich heute primär in politischen Machtzirkeln, pflege Beziehungen zu Staatschefs und Kronprinzen. Zürich spiele dabei keine Rolle mehr. Zum Klein Report ergänzt er: «Infantino hat den Fussball politisiert».

So sieht Blatter auch die Nähe Infantinos zu US-Präsident Donald Trump kritisch. Es überrasche ihn nicht, passe aber zu einer Entwicklung, in der der Fussball zunehmend instrumentalisiert werde. Der Fifa-Präsident dürfe kein König sein, sagt Blatter. Der einzige König des Fussballs sei ein Spieler gewesen: Pelé.

Die Debatte um die WM 2026 in den USA erhält damit zusätzliche Schärfe. Sicherheit, politische Polarisierung und Trumps Alleingänge auf der Weltbühne fliessen in Blatters Intervention zusammen.