Der Berliner Phaidon Verlag legt den bislang umfassendsten Einblick in die Arbeit des heute 70-jährigen Zürcher Magnum-Fotografen René Burri vor. Viele der 400 Aufnahmen im Band «René Burri Fotografien» (448 Seiten, etwa 170 Franken) sind hier erstmals zu sehen. Burri fotografierte in den vergangenen 50 Jahren so viele prominente Künstler und Politiker, exotische Strassenszenen oder Bilder von Krieg und Zerstörung wie kaum ein anderer. Sein erstes Bild machte er 1946 mit der einfache Klappkamera seines Vaters, als sich Winston Churchill durch die Stadt fahren liess. Eine Ikone schuf Burri 1963 mit dem Bild des kubanisch-argentinischen Revolutionärs Ernesto «Che» Guevara. Burri durfte zwei Stunden mit dem unruhig auf und ablaufenden Guevara in einem fast dunklen Raum verbringen. Das entscheidende Bild gelang: «Che» lehnte sich irgendwann zurück, richtete seinen Blick scheinbar in die Ferne, eine Zigarre im rechten Mundwinkel. Burri hatte sein berühmtestes Foto im Kasten.
1955 fotografierte Burri für die Schweizer Zeitschrift «Science et vie» eine Reportage über eine Musiktherapeutin, die mit taubstummen Kindern arbeitete. Mit dieser Fotoserie unter dem Arm fuhr er auch nach Paris zur berühmten Fotoagentur Magnum. 1959 wurde Burri Vollmitglied bei Magnum, 1982 Vizepräsident in Europa. Eine erste grosse Retrospektive «René Burri One World» war 1984 zu sehen.
Montag
15.03.2004




