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Mittwoch
04.04.2007

Die Überwachungskameras in Grossbritannien sollen künftig nicht nur beobachten, sondern auch Gesetzesbrecher direkt ansprechen. Wer Unrat auf die Strasse wirft, Leute anrempelt, Wände beschmiert oder sich anderweitig asozial benimmt, soll laut und klar aufgefordert werden, umgehend sein Verhalten zu ändern. Diese Pläne des Innenministeriums stellte der Sender BBC am Mittwoch vor. Die sprechenden Überwacher sollen zunächst für eine Testphase an 20 Orten in England aufgestellt werden. Die Live-Videobilder der Kameras werden wie bisher in Einsatzzentralen der Polizei oder privater Sicherheitskräfte ausgewertet.

Bei Verstössen gegen die öffentliche Ordnung, können aufgezeichnete Durchsagen per Knopfdruck von den Lautsprechern wiedergegeben werden. Die Bandansagen sollen nach Vorstellungen von Innenminister John Reid von Kindern gesprochen werden. Dafür werden in Schulwettbewerben junge «Stimmen der Kameras» gesucht. Von der «Schande einer öffentlichen Blossstellung für Erwachsene durch eine Kinderstimme» verspricht Reid sich «eine grössere Wirkung».

In Grossbritannien gibt es inzwischen insgesamt rund 4,2 Millionen staatliche und private Überwachungskameras. Das Königreich sei längst zu einer «Überwachungsgesellschaft» geworden, hiess es kürzlich in einer Studie des zuständigen Informationsbeauftragten der Regierung.