Content:

Montag
27.12.2004

Die Reaktionen auf den Uvek-Entscheid, die Radio-Canal-3-Konzession auf die Espace Media Groupe (EMG, Berner Zeitung) zu übertragen, sind eher verhalten ausgefallen, weil die Vertreter einer «Bieler Lösung» verschiedene ihrer Anliegen in der Konzession berücksichtigt sehen. Sie sei natürlich traurig, sagte etwa Béatrice Sermet, Präsidentin des Vereins Canal Bilingue, am Montag auf Anfrage. Sie habe aber mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass das Uvek die Zweisprachigkeit und die angemessene Vertretung regionaler Persönlichkeiten fordert - nota bene aus der französischsprachigen Bevölkerung. Ob ein Rekurs gegen den Uvek-Entscheid Chancen hat, klären Juristen zur Zeit noch ab. Der Verein will sein Engagement jedenfalls nicht aufgeben. «Wir bleiben weiter am Ball», erklärte Sermet mit Blick auf die Neuausschreibung der Konzession nach Inkrafttreten des neuen Radio- und Fernsehgesetzes.

Der Bieler Stadtpräsident Hans Stöckli hätte ebenfalls lieber eine Bieler Lösung gesehen, kann jedoch den Entscheid des Uvek nachvollziehen, wie er auf Anfrage sagte. Er gehe davon aus, dass die Verfechter der Bieler Lösung das Programm von Canal 3 künftig im Auge behielten und die Qualität beobachteten.

Beim Lokalsender ist man über den Entscheid erleichtert. «Wir sind froh, dass mit diesem Schritt einem monatelangen Kesseltreiben ein Ende gesetzt wurde», heisst es in einem offenen Brief auf der Homepage von Canal 3. Mit der jetzigen Lösung werde eine gesunde wirtschaftliche Basis für das Fortbestehen des Senders sichergestellt, und zwar ohne städtische und kantonale Subventionen. Was bisher geschah: Espace Media kann Radio Canal 3 übernehmen