Der Bertelsmann-Konzern hat sich in der Napster-Affäre mit einer kleinen Musikfirma geeinigt: Im US-Gerichtsverfahren um seine finanzielle Unterstützung der Musiktauschbörse Napster hat Bertelsmann einen ersten Vergleich erzielt. Der Konzern habe sich mit Bridgeport Music auf die Zahlung von 50 000 Dollar geeinigt, die die Anwaltskosten der kleinen Firma aus dem US-Bundesstaat Michigan decken, bestätigte Bertelsmann am Donnerstag einen Bericht der «New York Times». Bridgeport Music ziehe dafür seine Klage zurück. Bridgeport war einer der kleineren Ankläger in dem Verfahren, in dem Bertelsmann vorgeworfen wird, durch Investitionen in die Musiktauschbörse Napster dem illegalen Herunterladen von urheberrechtlich geschützter Musik aus dem Internet Vorschub geleistet zu haben.
Wegen der entgangenen Umsätze verlangen die Vertreter der Musikindustrie von Bertelsmann Schadenersatz von rund 17 Mrd. Dollar. Der Gütersloher Konzern weist die Vorwürfe als substanzlos zurück. Bertelsmann habe Napster nie kontrolliert. Zu den Klägern gehören unter anderem die Musikkonzerne EMI Group und Universal Music, Konkurrenten von Sony-BMG, an dem Bertelsmann zur Hälfte beteiligt ist. Bertelsmann hatte Napster im Jahr 2000 mit einem Darlehen von rund 90 Mio. Dollar unter die Arme gegriffen. Der Konzern wollte die Tauschbörse übernehmen und in einen legalen Abonnentenservice umwandeln. Napster wurde schliesslich zahlungsunfähig und gehört inzwischen dem US-Softwareunternehmen Roxio.
Donnerstag
20.01.2005