Der taiwanische Elektrokonzern BenQ hat die Millionen-Forderungen wegen der Pleite seiner deutschen Handytochter BenQ Mobile erneut zurückgewiesen. «BenQ glaubt nicht, dass es eine rechtliche Grundlage für eine Klage des Insolvenzverwalters gibt», teilte das Unternehmen am Montag in Taipeh mit. Der Konzern habe weder vom Insolvenzverwalter noch von seiner deutschen Tochter Dokumente erhalten, die irgendeine rechtliche Basis für eine Klage über 500 Mio. Euro darlegten.
BenQ-Mobile-Insolvenzverwalter Martin Prager hatte in der vergangenen Woche angekündigt, eine Klage gegen die Konzernmutter zu prüfen. BenQ soll demnach vor der Pleite der deutschen Tochter Vermögen von bis zu einer halben Milliarde Euro abgezweigt und nach Asien transferiert haben. In der Mitteilung wies BenQ den Vorwurf zurück, mehrere hundert Millionen Euro von der deutschen Tochter abgezogen zu haben. Vielmehr habe es sich um einen Zahlungsrückstand für Waren gehandelt, die an die deutsche Tochter geliefert worden seien.
Wegen ausstehender Forderungen an BenQ Mobile habe der Konzern im dritten Quartal 162 Mio. Euro abgeschrieben. Die Taiwaner hatten vor einer Woche den fünften Quartalsverlust in Folge verzeichnet. Die ehemalige Siemens-Tochter BenQ Mobile meldete Ende September 2006 Insolvenz an, rund 3000 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Die Gläubiger sitzen auf Ansprüchen von knapp 1,2 Mrd. Euro, denen ein Restvermögen von gut 300 Mio. Euro gegenübersteht.
Montag
26.03.2007