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Montag
02.04.2007

Auf der Suche nach geeigneten Zukäufen scheut der Verlagskonzern Axel Springer («Bild», «Die Welt», «Hörzu» usw.) auch vor Milliardenübernahmen nicht zurück. Der Konzern könne sich problemlos bis zum Dreifachen des operativen Jahresgewinns von 433 Mio. Euro verschulden, zitiert die «Financial Times Deutschland» Springer-Chef Mathias Döpfner am Montag. «Aber wir würden uns auch über diese Grenze hinaus verschulden, wenn wir eine Kaufgelegenheit hätten, die es wert wäre», machte er deutlich. Auf seiner Einkaufstour will sich das Berliner Verlagshaus auch am Vorbild von Finanzinvestoren orientieren. «Es kann sehr attraktiv sein, unterbewertete Geschäfte zu kaufen, die saniert werden müssen, deren Wert man steigern kann, indem man Management- und Branchenerfahrung einsetzt», erläuterte Döpfner.

Nach der gescheiterten Übernahme der Fernsehsendergruppe ProSiebenSat.1, die inzwischen den Finanzinvestoren Permira und KKR gehört, will Springer die Marktführerschaft im deutschen Printgeschäft ausbauen sowie im Ausland und in digitale Märkte expandieren. Döpfner unterstrich sein Interesse an Fernsehbeteiligungen. «Wenn man wirklich Zugang zu Bewegtbildern haben will und sich nicht die Preise diktieren lassen will, sollte man an Fernsehsendern beteiligt sein», sagte er. 2006 war das Verlagshaus beim türkischen Medienkonzern Dogan eingestiegen und hatte den Einstieg beim polnischen Fernsehkonzern Polsat angekündigt.