Das Seilziehen um ein Zürcher Jugendradio ist am Montag in die entscheidende Phase getreten - allerdings zum zweiten Mal, nachdem die erste Runde wegen verweigerten rechtlichen Gehörs abgebrochen und die Kontrahenten Ende 2005 zurück zum Start geschickt worden waren. Ihre Gesuche haben bis zum Stichtag «DJ-Radio» von Egon Blatter und «Music First» von Giuseppe Scaglione eingereicht; alle früheren Interessenten haben sich zurückgezogen, und Mike Gut («Radiomax») ist bei Scaglione an Bord gegangen.
Nachdem Egon Blatter in der ersten Runde vor dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) erfolgreich gewesen war, hat auch Giuseppe Scaglione sein Gesuch um den Ausbildungsaspekt ergänzt. Er arbeitet jetzt mit dem Institut für angewandte Medienwissenschaft (IAM) der Zürcher Hochschule Winterthur zusammen, das in der ersten Runde noch mit «DJ-Radio» kooperiert hatte.
Anderseits hat Blatter am Montag bekannt gegeben, dass er das Medienausbildungszentrum (MAZ) in Luzern und die Zürcher Hochschule für Gestaltung und Kunst auf seiner Seite habe. «Ich kann damit eine professionelle Schulung anbieten», sagte er am Montag zum Klein Report. Seitens des renommierten MAZ tönte es allerdings etwas zurückhaltender: «Wir haben einen Vorschlag für ein Ausbildungskonzept gemacht, stehen aber erst für allfällige Weiterbildungskurse zur Verfügung», präzisierte Studienleiterin Barbara Stöckli auf Anfrage des Klein Reports.
Auf der Gegenseite zeigte sich Giuseppe Scaglione «extrem erleichtert», wie gut er mit dem IAM positioniert sei. Das Bakom habe bei der erstmaligen Erteilung der Sendekonzession ausdrücklich die geografische Nähe von Winterthur als Sitz des IAM zu Zürich hervorgehoben. «Luzern als Sitz des MAZ ist doch schon etwas weiter weg», meinte er. Bakom-Sprecher Bernhard Bürki kündete am Montag an, das Bundesamt wolle seinen Entscheid bis Sommer 2007 fällen. Siehe auch: «Music First» mit weiterem Partner auf Jugendradio-Kurs, Bakom tastet Vorgehen in Sachen Jugendradio ab und Zürcher Jugendradio vorerst gestoppt
Montag
26.03.2007