Spaniens oppositionelle Volkspartei (PP) hat zu einem Boykott der Zeitung «El País» aufgerufen. Der Aufruf der konservativen Volkspartei richtet sich unter anderem an Werbekunden und Aktionäre des Medienkonzerns Prisa-Gruppe, zu der mehrere Zeitungen sowie Radio- und Fernsehsender in Spanien und im Ausland gehören. Die Zeitung werde sich nicht erpressen lassen, schrieb «El País». Kritik kam auch von diversen Journalistenverbänden.
Prisa-Präsident Jesús de Polanco hatte der Volkspartei PP vorgeworfen, sie versuche mit antidemokratischen Mitteln die Macht zurückzuerobern. Auf einer Aktionärsversammlung hatte er die jüngsten Grossdemonstrationen der PP gegen die sozialistische Regierung von Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero kommentiert. Sie erinnerten ihn an die Zeiten der Franco-Diktatur (1939-1975), sagte er. Manche Politiker wünschten sich anscheinend den Bürgerkrieg zurück. In zwei Monaten finden in Spanien Regional- und Kommunalwahlen statt.
Die PP forderte Polanco auf, seine Worte zurückzunehmen und sich öffentlich zu entschuldigen. Andernfalls würden ihre Politiker den Prisa-Medien keine Interviews mehr geben. In einigen Provinzen zog die PP zudem Wahlspots zurück, die in der zu Prisa gehörenden Hörfunkkette Ser laufen sollten.
Die PP hat den Medien der Prisa- Gruppe und insbesondere der linksliberalen Tageszeitung «El País», Spaniens grösster Zeitung, vorgeworfen, im Dienste der nun regierenden Sozialisten zu stehen.
Samstag
24.03.2007