Content:

Donnerstag
06.01.2005

Der Begründer und Leiter des Berlin-Verlags, Arnulf Conradi, ist zurückgetreten. Seine Nachfolgerin wird Elisabeth Ruge, die bisherige Cheflektorin des Berlin-Verlags und Leiterin des neuen Kinder- und Jugendbuchverlages Bloomsbury. Er beende seine Tätigkeit nach einem erfolgreichen Jahr, sagte Conradi gegenüber der Nachrichtenagentur DPA: «Unsere Autorin Elfriede Jelinek hat den Nobelpreis gewonnen, Péter Esterházy den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, Ben Schott steht an Nummer 1 der Bestsellerliste, und wir haben den Umsatz mehr als verdoppelt.»

Conradi hatte den Verlag 1994 zusammen mit Ruge begründet und war zwischenzeitlich auch Leiter des Siedler-Verlages. 2003 erwarb der Londoner Verlag Bloomsbury, bekannt durch die Harry-Potter-Romane, den Berlin-Verlag. Conradi will sich wieder der Kulturpolitik zuwenden. Das langjährige SPD-Mitglied gehörte 1998 zusammen mit Jürgen Flimm einem Beraterkreis um Gerhard Schröder an, der einen Kulturstaatsminister im Kanzleramt anregte. Erster Amtsinhaber wurde der Verleger Michael Naumann.