Microsoft bringt in diesen Tagen sein Betriebssystem Windows XP in einer zusätzlichen Version ohne Media Player heraus. Damit erfüllt der Konzern eine Auflage der EU-Kommission. Billiger wird das abgespeckte Windows allerdings nicht, wie «Spiegel.de» am Mittwoch schreibt.
Windows XP Media Player: Muss jetzt manchmal draussen bleiben. «Wir machen uns da überhaupt nicht lustig», sagte gemäss «Spiegel.de» Armin Cremerius-Günther heute beim CeBIT-Preview in Hamburg. Der für Windows zuständige Microsoft-Manager kündigte an, dass es ab dem 19. Januar ein Windows XP mit reduziertem Funktionsumfang - aber zum vollen Preis - geben werde. «Wir halten uns exakt an die Auflagen der EU-Kommission», betonte Cremerius-Günther. Diese hatte Microsoft in einem Wettbewerbsverfahren zur Zahlung von 497 Mio. Euro verdonnert, weil der Softwaregigant seine Monopolstellung beim Betriebssystem angeblich ausnutzen soll, indem er es nur gebündelt mit der Audio- und Videoabspielsoftware Media Player anbietet. Neben der Busse hatte die EU-Kommission dem Unternehmen unter anderem die Auflage gemacht, Windows künftig auch ohne den Media Player anzubieten.
Das bisherige mit dem Media Player gebündelte XP will das Unternehmen weiterhin verkaufen - zum selben Preis wie die neuen, EU-Kommissions-konformen Versionen von Windows XP Home und Windows XP Professional. Die abgespeckte Ausgabe wird nach Angaben von Cremerius-Günther keine Audio-CDs abspielen können. «Es ist Schwachsinn: Ich zahle das gleiche und kriege weniger dafür.» Es stelle sich die Frage, wie viele Kunden überhaupt zu dem Produkt greifen würden, das man im Übrigen zurückhaltend vermarkten wolle.
Mittwoch
19.01.2005