In der Schweiz ist unter anderen die MYTY-Gruppe auf Einkaufstour. Die Gruppe, die nach eigenen Angaben «unabhängige Boutique-Agenturen» zusammenführt, sei eine «andere Art von Agenturnetzwerk». Still und leise wird eine Agentur nach der anderen eingesammelt.
Mit schöner Regelmässigkeit erscheinen Verkaufs- oder Fusionsgerüchte auch bei der renommierten Zürcher Agentur Jung von Matt Limmat.
Der Klein Report hat bei Mitinhaber und CEO Roman Hirsbrunner dazu nachgefragt, wie die Situation im DACH-Raum ausschaut und was bis Ende Jahr aus seiner Sicht noch passiert.
Bei der Schweizer Agentur Jung von Matt Limmat sind Sie mittlerweile Mehrheitsbesitzer. Wie sehen die Besitzverhältnisse innerhalb der Jung-von-Matt-Gruppe aus?
Roman Hirsbrunner: «Wir sind und bleiben eine Schweizer Agentur. Eine Schweizer Agentur mit einer engen Verbindung zur internationalen Jung von Matt-Gruppe, die wir durch unsere Arbeit und unsere Ideen aktiv mitprägen. Dies spiegelt sich auch in den Besitzverhältnissen wider: Jung von Matt in Hamburg hat wesentliche Aktienanteile an Jung von Matt Schweiz, ich wiederum bin der grösste Aktionär hier in der Schweiz und zudem als einer von rund 15 Partnern beteiligt an der internationalen Gruppe. Die Struktur des Aktionariats folgt unserer gemeinsamen Jung von Matt Strategie für die kommenden Jahre: starke lokale Agenturen mit einer starken Verbindung zur Gruppe und damit mit direktem Zugang zu Gruppen-Ressourcen.»
Gerade heraus, wie viele Anfragen haben Sie pro Monat für einen Agenturverkauf oder eine Integration in ein anderes internationales Netzwerk?
Hirsbrunner: «Weniger als man denkt. Jung von Matt in der Schweiz ist als Marke und Organisation seit jeher stark mit der internationalen Jung von Matt-Gruppe verbunden. Deshalb sind wir wahrscheinlich weniger auf der Shoppingliste grosser Agenturnetzwerke als andere inhabergeführte Agenturen in der Schweiz.»
Was ist die Strategie der Jung-von-Matt-Gruppe im DACH-Raum?
Hirsbrunner: «Internationales Know-how wird für Marken immer relevanter. Als Agentur mit starker lokaler Präsenz ist es für uns darum der nächste logische Schritt, enger mit unseren internationalen Kolleg:innen zusammenzuspannen im DACH-Raum, in Europa und weltweit. Unser Ziel: Kund:innen Zugang zur stärksten kreativen Kraft im DACH-Raum zu ermöglichen. Grenzenlose Kreativität und globale Expertise quasi ’on the doorstep’ also.»
Im DACH-Raum werden immer mehr Pitches in ein Land vergeben. Wie ist hier aus Ihrer Sicht die Entwicklung?
Hirsbrunner: «Diese Entwicklung erleben wir auch. Genau deshalb sind wir von unserer gemeinsamen JvM-Strategie überzeugt. Sie gibt uns die notwendige Vernetzung, genau solche Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Das Beispiel unseres Kunden MINI zeigt dies anschaulich: Wir betreuen MINI als globale Leadagentur gemeinsam mit Jung von Matt in London und stehen in engem Austausch mit unseren britischen Kolleg:innen.»
Ein kurzer Rückblick auf das Werbefilmfestival Cannes Lions, das soeben zu Ende ging. Wie war die «Ausbeute» von Jung von Matt Limmat und der Jung-von-Matt-Gruppe?
Hirsbrunner: «Wir bei Jung von Matt LIMMAT hatten dieses Jahr keinen Fokus auf Cannes und haben deshalb nicht eingereicht. Unsere internationalen Kolleg:innen durften sich über rund ein Dutzend Shortlist-Platzierungen und einen Bronze-Löwen für ihre Arbeit §hoplefting für Laut gegen Nazis e.V. freuen sowie über Silber und Bronze bei den Young Lions.»
Wie sehen Sie das zweite Halbjahr 2026 für die Schweizer Werbebranche und Ihre Agentur Jung von Matt Limmat?
Roman Hirsbrunner: «Hoffentlich nicht noch mehr Hitze als die letzten Wochen. Aber abgesehen davon bleibt das Tempo hoch und der Wettbewerb intensiv. Das gilt für uns wie für die ganze Branche.»




