Der Kanton Wallis verzichtet auf Verkäufe über ricardo.ch, wie unter anderem der «Walliser Bote» in seiner letzten Samstagsausgabe geschrieben hat. Der Kanton Wallis ziehe Konsequenzen aus einer Untersuchung.
Der Walliser Datenschutzbeauftragte Lauris Loat komme in seiner Untersuchung zum Schluss, dass die Konkursämter des Kantons Wallis keine ausreichende gesetzliche Grundlage haben, um Personendaten über die private Plattform ricardo.ch zu bearbeiten. Zudem erhebe die Plattform mehr Daten als nötig, nutze sie für eigene Zwecke und könne sie ins Ausland übermitteln, wie die Zeitung berichtet.
Auch fehlten vertragliche Regelungen, die dem Kanton Kontroll- und Weisungsrechte sichern würden. Die zuständige Dienststelle akzeptiere die Empfehlungen und untersage den Ämtern ab sofort sämtliche Verkäufe über ricardo.ch. Käufer wurden bisher unzureichend darüber informiert, dass ihre Daten in Betreibungs- oder Konkursverfahren weiterbearbeitet werden können, wie der «Walliser Bote» festgehalten hat.
Lauris Loat fordert nicht nur den Verkaufsstopp, sondern auch die Löschung aller Personendaten früherer Teilnehmer. Der Kanton hat ricardo.ch dazu aufgefordert, doch die Plattform lehnt dies ab.
Die Ämter führen Konkursverkäufe nun wieder vor Ort durch, während die Dienststelle nach einer datenschutzkonformen digitalen Lösung sucht, schildert die Zeitung.
Bisher erfüllt keine bestehende Plattform die Anforderungen des Walliser Datenschutzgesetzes. Loat empfiehlt langfristig den Aufbau einer eigenen kantonalen Online-Auktionsplattform oder den Anschluss an die Lösung eines anderen Kantons, wofür jedoch eine klare gesetzliche Grundlage geschaffen werden müsse, wie der «Walliser Bote» abschliessend schreibt.




