Bei der TX Group ist der Umsatz im ersten Halbjahr um 5,7% auf 402,4 Mio. Franken gesunken.
Im Verlagsbereich mit Tamedia entstand ein Umsatzrückgang von 8,6% auf 175,1 Mio. Franken und bei 20 Minuten einer von 15,1% auf 33 Mio. Franken. Der Vermarktungsbereich mit Goldbach sank beim Umsatz um 4,8% auf 107,4 Mio. Franken. Bei TX Markets wird ein Minus von 3,6% auf 54,8 Mio. Franken ausgewiesen, und bei Group & Ventures ist ging es 17,9% runter auf 61,7 Mio. Franken.
Wie bereits in den vorangegangenen Monaten waren nur der Rubriken-Marktplatz SMG Swiss Marketplace Group (SMG), an der die TX Group 31,4% besitzt, im Wachstumsbereich sowie JobCloud, wo man 50% hält.
Am Ende resultiert für die TX Group im ersten Halbjahr ein konsolidiertes Betriebsergebnis von 67,1 Mio. Franken, was einer Steigerung um 74,3% entspricht (VJ: 38,5 Mio. Franken).
In der Konzernführung kommt es zum Abgang von Tanja zu Waldeck, die seit Oktober 2024 als Chief Operating Officer (COO) für das börsenkotierte Unternehmen tätig ist. Zu Waldeck «scheidet aus persönlichen Gründen aus», wie TX Group am Dienstagmorgen bekannt gab.
Nach zu Waldecks Ausscheiden werde «die Organisation verschlankt». Daniel Mönch übernehme die Verantwortung für die Goldbach-Aktivitäten sowie die zentralen Group Services. Zusätzlich zu seiner Aufgabe als Chief Portfolio Officer werde Mönch auch die Funktion als Chief Operating Officer (COO) der Gruppe übernehmen.
Tamedia-CEO Jessica Peppel-Schulz und 20-Minuten-CEO Bernhard Brechbühl werden wieder «direkt an den Verwaltungsrat berichten», heisst es zu dem daraus entstandenen Wechsel bei den Publizistikunternehmen.
Beim Kernunternehmen der TX Group, dem heutigen Tamedia-Verlag mit «Tages-Anzeiger», «SonntagsZeitung», «Schweizer Familie» und weiteren Titeln, war «der Umsatzrückgang jedoch sowohl im Leser- als auch im Werbemarkt deutlich höher als ursprünglich erwartet», heisst es.
Das habe zur Folge, «dass sich der Transformationsprozess verlängert». Mittelfristig werde am ursprünglich für 2027 vorgesehenen Margenziel von 8 bis 10% festgehalten.
Bei der Division Tamedia sei «das digitale Wachstum der zentrale Werttreiber der Zukunft». Tamedia habe 601’000 bezahlte Abonnemente, davon sind 207’000 digital, was einem Plus von 7% im Vergleich zum Vorjahr bedeute. «Dies wurde flankiert durch eine kontinuierliche Verbesserung des durchschnittlichen Umsatzes pro Nutzer (ARPU). Das digitale Abo-Angebot wurde mit innovativen Komponenten, wie der neuen Spiele-App, attraktiver», heisst es zur digitalen Transformation.
In der digitalen Werbevermarktung konnte Tamedia um 18% wachsen. Der Verlag investiere in Differenzierung durch regionale Nähe, hyperlokale Inhalte und starke Personenmarken. «Technologisch beschleunigen der gezielte Einsatz von KI und die Schulung der Mitarbeitenden in deren Nutzung diese Skalierung», so die TX Group zu den Halbjahreszahlen 2026.
Dem stehen aber rückläufige Erlöse aus Print-Abonnements und Einzelverkäufen mit einem Minus von 10,9 Mio. Franken entgegen. Hinzu kämen geringere Erlöse in den Bereichen Print und Logistik infolge der Schliessung des Druckzentrums Lausanne, was mit einem Verlust von 4 Mio. Franken zu Buche schlägt.
Wenn es ums Sparen geht, dann hat die Einstellung der Print-Ausgabe von «20 Minuten» für die TX Group Sinn gemacht. Ob das als verlegerische Idee reicht, wird sich zeigen.
Den digitalen Werbeumsatz konnte das ehemalige Pendlerblatt in den ersten sechs Monaten um 20% steigern. «Gleichzeitig fielen Umsätze und Kosten der täglichen Printausgabe weg. Das Ergebnis (EBIT adj.) von 20 Minuten liegt mit 11,7 Mio. Franken substanziell über der Vorjahresperiode.»
Die Vermarktungseinheit Goldbach unter CEO Christoph Marty, der im Sommer 2024 von Michi Frank übernommen hatte, ist im Kerngeschäft der Vermittlung und Vermarktung von linearem TV rückläufig gewesen. Dieser Rückgang habe nur teilweise durch ein Wachstum in digitalen Bewegtbildformaten wie Connected-TV und Videoformaten kompensiert werden können.
«Aufgrund dieser Entwicklungen ergab sich bei der Prüfung der Werthaltigkeit des Goodwills und der immateriellen Anlagen im Hinblick auf die erwartete zukünftige Geschäftsentwicklung ein Wertminderungsbedarf in Höhe von 46,4 Mio. Franken, der das Halbjahresergebnis entsprechend belastet», wie es zum einmaligen Abschreiber heisst.
Goldbach erzielte eine Marge von 7,7%, während der Aussenwerbebereich mit Goldbach Neo und dem OOH-Segment eine Marge von 14,1% schreibt. Insgesamt konnte bei Goldbach durch die Einstellung und den Verkauf von Aktivitäten die Kostenbasis reduziert werden.
Der Streamingdienst Zattoo hat im ersten Halbjahr das Ergebnis gesteigert. «Im B2B-/Whitelabel-Bereich wurden Verträge mit Bestandskunden verlängert, während die Gewinnung von Neukunden hinter den Erwartungen zurückblieb», heisst es zu Zattoo. Im Consumer-Bereich habe sich Deutschland wieder als herausfordernder Markt erwiesen, während die Umsätze in der Schweiz und in Österreich erneut gesteigert werden konnten.
Bei Doodle stand die organisatorische Neuausrichtung im Fokus sowie der Aufbau von KI-Kompetenzen. Gleichzeitig sei die Grundlage für die nächste Produktgeneration gelegt worden, unter anderem mit Initiativen wie dem Doodle Time Institute.
Der Aktienkurs der TX Group ist am Dienstagmorgen auf 155,20 gestiegen und ging am Abend mit 166 Franken aus dem Handel. Am Montag stand die Aktie noch bei 147.80 Franken.




