Bei der Gewerkschaft Syndicom leiten neu Dominik Dietrich und David Roth den Sektor Logistik. Roth, SP-Nationalrat und Vizechef der SP Schweiz, ist von den Delegierten auch als Mitglied der Geschäftsleitung gewählt worden.
Weiter sind am Samstag im Kursaal Bern Barbara Spalinger und Markus Bischoff als Beisitzer ins Schiedsgericht von Syndicom gewählt worden. Michaela Schwestermann schaffte es in den Zentralvorstand und Luca Foresti in die Geschäftsprüfungskommission.
«Die Geschäftsleitung wird damit nicht vergrössert, sondern ist wieder vollständig besetzt», erklärte Catalina Gajardo auf Anfrage gegenüber dem Klein Report am Dienstag. «Der Sektor Logistik wurde interimistisch von Präsident Matteo Antonini geführt. Mit der Wahl von Dominik Dietrich und David Roth verfügt der Sektor Logistik nun wieder über eine ordentliche Leitung, neu in Form einer Co-Leitung.»
Roth vertrete den Sektor Logistik in Zukunft in der Geschäftsleitung. «Diese Wahl steht in keinem Zusammenhang mit einer Nachfolgeplanung für das Präsidium», ergänzte Gajardo auf eine entsprechende Frage des Klein Reports. Die Wahl von Roth betreffe die ordentliche Vertretung des Sektors Logistik in der Geschäftsleitung.
Die Delegiertenversammlung der Gewerkschaft, die in die Bereiche Medien, Kommunikation, Logistik und ICT aufgeteilt ist, befasste sich mit Anträgen zur Stärkung des Service Public, dem Ausbau von Betriebsgruppen, dem Schutz vor missbräuchlichen Kündigungen sowie Anpassungen am Organisationsreglement.
Auch bei der linken Gewerkschaft nahm das Thema Künstliche Intelligenz viel Raum ein, vor allem deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt.
KI, Digitalisierung und zunehmender Druck auf Arbeitsplätze beträfen die Branchen von Syndicom direkt, hiess es von Seiten der Gewerkschaft. Es wurden Resolutionen zu KI, Beschäftigungssicherheit, Menschenrechten und zur internationalen Solidarität verabschiedet.
An der Delegiertenversammlung ein Jahr zuvor war es zu einem kleinen Scharmützel gekommen. Die «Oberen»-Gewerkschafter hätten 2025 gerne die Mindestgrenze für Mitgliedschaften mit Einkommen unter 10’000 Franken pro Jahr abgeschafft, was mehrheitlich Frauen betroffen hätte. Dagegen hatte sich die Basis erfolgreich gestemmt und ein Nein bewirkt.
Der Klein Report wollte wissen, wie Syndicom sich hier im Niedriglohn-Bereich weiterentwickelt habe. Catalina Gajardo gab dazu keine konkrete Antwort und verwies auf das Beitragssystem von Syndicom, das seit dem 1. Januar 2026 in Kraft ist. «Syndicom kennt weiterhin ein solidarisches Beitragssystem, das sich am Einkommen orientiert. Mitglieder mit tiefem Einkommen bezahlen tiefere Beiträge als Mitglieder mit höherem Einkommen.»
Und auf die Frage des Klein Reports zu den IG Frauen, wie diese sich innerhalb der Gewerkschaft bezüglich Niedriglohnbreich einbringen, erklärte die Mediensprecherin sehr allgemein: «Die IG Frauen bringt diese Perspektive innerhalb von syndicom ein und arbeitet dabei eng mit den zuständigen Gremien und Bereichen zusammen. Gemeinsam werden Gleichstellungsthemen weiterentwickelt, gewerkschaftliche Positionen erarbeitet und Aktivitäten rund um Lohngleichheit, Vereinbarkeit, Schutz vor sexueller Belästigung und bessere Arbeitsbedingungen vorangetrieben.»
Derzeit befasse sich die IG Frauen unter anderem mit den Vorbereitungen für den Care-Streik 2027. Syndicom sei dazu in engem Austausch mit den feministischen Kollektiven und plane eine eigenständige Kampagne.




