Die Geschäftsleitung habe entschieden, «den unkontrollierten Datenabfluss nicht mehr länger zu tolerieren. Seit diesem Monat werden Trainingsbots und Crawler der grossen KI-Unternehmen abgewiesen, wenn sie bei unseren Webseiten vorbeikommen».
Das sagte SRG-Generaldirektorin Susanne Wille im Gespräch mit der «NZZ am Sonntag» auf die Frage, wie KI-Firmen abgehalten werden können, die nach journalistischen Inhalten grasen, um ihre Modelle trainieren zu können.
Denn in den letzten Monaten seien Videos, Fotos und Texte der SRG ungestört nach Amerika abgeflossen, wie NZZ-Journalist Linus Schöpfer konstatierte.
«Wenn wir den digitalen Raum den globalen Tech-Firmen überlassen, verlieren wir ein Stück demokratische Öffentlichkeit», sagte Wille. «Deshalb müssen wir als Medienplatz gegensteuern.»
Und das geschehe so, indem «wir unabhängige digitale Plattformen schaffen und den Service public neu denken». Als Beispiel nannte die ehemalige Journalistin die Lancierung der Live- und Streamingplattform Play+ 2027, wie der Klein Report bereits berichtete.
«Ein einziger Ort für das gesamte SRG-Angebot. Die SRG soll damit zur digitalen Heimat der Schweiz werden», tönte es wieder etwas patriotisch.
Auf die Frage, dass die SRG aber nach wie vor umstrittene Plattformen wie Instagram oder Tiktok nutze, wich sie aus. «Über eigene Kanäle erreichen wir heute schon viele Junge. Aber wir müssen auch dort Orientierung bieten, wo sie sonst sind, also auch auf Youtube und Co.»
Das Ziel der SRG sei nicht die Abschottung, «sondern dass wir mit den Tech-Plattformen Bedingungen verhandeln können. Und wir wollen den Schweizer Standort stärken», sagte die SRG-Generaldirektorin.
Dazu wolle der öffentlich-rechtliche Medienkonzern seine «Daten künftig dem Schweizer KI-Modell Apertus zur Verfügung stellen», so Wille. «Deswegen sind wir gerade in Gesprächen mit der ETH Zürich und der EPFL, die Apertus entwickeln. Das SRG-Archiv ist der grösste audiovisuelle Datensatz unseres Landes. Es gehört den Schweizerinnen und Schweizern, sie haben es finanziert. Und es gehört in ein transparentes, schweizerisches Umfeld.»
Die EPFL, die ETH Zürich und das Schweizerische Supercomputing-Zentrum CSCS haben im September 2025 Apertus veröffentlicht, ein offenes und mehrsprachiges Sprachmodell aus der Schweiz.




