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Freitag
22.05.2026

TV / Radio

In dem einstündigen Interview mit einer SRF-Wissenschaftsjournalistin wurde ein einseitig positives Bild von mRNA-Impfstoffen gezeichnet... (Bild: Screenshot srf.ch)

In dem einstündigen Interview mit einer SRF-Wissenschaftsjournalistin wurde ein einseitig positives Bild von mRNA-Impfstoffen gezeichnet... (Bild: Screenshot srf.ch)

Gleich zwei SRG-Sendungen hat die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) wegen ihrer Berichterstattung über die Covid-Impfung gerügt.

So hiess das Gremium eine Beschwerde gegen die Radiosendung «Treffpunkt» gut, in der die SRF-Wissenschaftsjournalistin Katrin Zöfel zur Covid-Impfung in der Schweiz inverviewt wurde. 

Die Radiosendung berichtete im Dezember 2025 unter dem Titel «Vor 5 Jahren: erste Corona-Impfung in der Schweiz». Ein Hörer bemängelte das Interview mit der Wissenschaftsjournalistin als nicht sachgerecht, da ein einseitig positives Gesamtbild von mRNA-Impfstoffen gezeichnet wurde. Ohne jegliche kritische Einordnung.

Das konnte die UBI nachvollziehen und hiess die Beschwerde mit 7 zu 2 Stimmen gut.

Dass eine als Fach- und Wissenschaftsredaktorin interviewte Journalistin fünf Jahre nach der Zulassung der neuartigen mRNA-Spritzen kein Wort fallen lasse über die bestehende Kritik von medizinischer Seite, die Nebenwirkungen und die noch immer offenen Forschungsfragen, dies verletzte das Sachgerechtigkeitsgebot. Zumal in einer fast einstündigen Sendung, in der es genug Zeit für ein ausgewogenes Bild gegeben hätte.

Das Argument, dass das SRF-Publikum über genügend Vorwissen verfüge, lehnte die UBI ab.

Auch gegen die Radio-Sendung «Tagesgespräch» vom 18. Dezember 2024 gingen zwei Popularbeschwerden ein. Gerügt wurde, dass das Interview mit Christoph Berger, dem ehemaligen Chef der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), die Risiken von Covid-Infektionen und Long/Post-Covid verharmlosen und Ausführungen zur Effektivität von Covid-Impfungen fehlen würden. 

Die UBI kritisierte zwar die Feststellung, wonach sowohl die Infektion als auch die Impfung für Kinder harmlos sei.

Ansonsten sei das Interview sachgerecht gewesen, auch aufgrund von «kritischen Nachfragen der gut vorbereiteten Moderatorin», wie die UBI weiter schreibt.

Neben den Beiträgen von SRF zu Corona und zur Covid-Impfung beurteilte die UBI auch eine RTS-Radiosendung mit gleicher Thematik.

Die Sendung, die über die Masern- und Covid-Impfung informierte, hat das Sachgerechtigkeitsgebot ebenfalls verletzt.