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Montag
01.06.2026

Marketing / PR

Da war die Welt noch in Ordnung: Urs Kessler beim Start vor 9 Monaten...   (Bild: © SIHF)

Da war die Welt noch in Ordnung: Urs Kessler beim Start vor 9 Monaten... (Bild: © SIHF)

Es war so knapp: Das Team von Head Coach Jan Cadieux war Gold im Finale an der Eishockey-Weltmeisterschaft so nahe. Ein 0:1 in der Verlängerung im Spiel gegen die Finnen.

Das Schweizer Eishockey-Herrenteam hat umgesetzt, was der langjährige Coach Patrick Fischer eingeleitet hat. Fischer wurde bekanntlich am 15. April 2026 wegen eines gefälschten Covid-Zertifikats entlassen.

Fischer erklärte bei einem Mittagessen mit SRF-Redaktor Pascal Schmitz, 2022 mit einem gefälschten Covid-Impfzertifikat an die Olympischen Spiele in Peking gereist zu sein. Darauf machte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) diese Aussage publik.

Nun folgt beim Eishockey-Verband die Aufarbeitung, aber auch die damit verbundenen Machtkämpfe: «Ich habe mich entschieden, das Amt als Präsident per sofort niederzulegen und den Weg freizumachen für einen Neuanfang, welchen der Verband dringend benötigt. Die fortwährenden Diskussionen haben mir gezeigt, dass ich dafür nicht die richtige Person bin», wird Urs Kessler (64) in einem kurzen Statement am Montagmorgen zitiert.

Kessler gratulierte noch dem neuen Weltmeister Finnland und bedankte sich bei den Fans, bei Spielern, Staff und den Mitarbeitenden von Swiss Ice Hockey, «gerade auch in den herausfordernden Wochen vor der Heim-Weltmeisterschaft», so Kessler, der für weitere Auskünfte nicht zur Verfügung stehe.

Er selber kam als Quereinsteiger vor 9 Monaten zum Eishockey-Verband. Bis Mitte letzten Jahres war Kessler 38 Jahre lang für die Jungfraubahnen tätig, davon die letzten 17 Jahre als deren CEO.

Im April äusserte sich Kessler noch so öffentlich zu Patrick Fischer: «Der Fall ist rechtlich abgeschlossen, hat aber eine öffentliche Werte- und Vertrauensdiskussion ausgelöst, die der Verband sehr ernst nimmt.»

Vertrauen und Integrität seien zentral «in unserem Sport und in unserem Verband.» Aus heutiger Sicht sei die erste Beurteilung, wonach die Angelegenheit abgeschlossen sei, zu kurz gegriffen, sagte Kessler. «Es geht um Werte und Respekt, die für Swiss Ice Hockey zentral sind und von Patrick Fischer 2022 nicht gelebt wurden. Der Verband bedauert, dass er diesem Aspekt in seiner ersten Beurteilung zu wenig Beachtung geschenkt hat.»

Mit der Aufarbeitung des Falls wurde die Zürcher Wirtschaftskanzlei Niederer Kraft Frey beauftragt.

Für die Fans gab es am Montagabend die Silber-Medaillenfeier im Zürcher Volkshaus. Die dritte Silbermedaille in Folge soll trotz allem gebührend gefeiert werden.