Motoren, die Geschichte schreiben, und ein Publikum, das aus dem Staunen nicht herauskommt: «Indianapolis Oerlikon» verwandelte die Offene Rennbahn Oerlikon einmal mehr in eine Zeitmaschine des Motorsports.
Bei wunderbarem Sommerwetter strömten am Dienstagnachmittag über 6'000 Zuschauer auf die traditionsreiche Anlage – so viele wie kaum je zuvor.
Was viele nicht wissen: Die Idee stammt von TV-Legende Willy Kym zu Beginn des Jahrhunderts.
Wenn historische Rennwagen, Motorräder und Seitenwagen durch die legendären 45-Grad-Kurven des Oerliker Zementovals donnern, wird aus einer Oldtimer-Schau ein emotionales und ohrenbetäubendes Spektakel.
Der Duft von Benzin, das Heulen der Motoren und die Nähe zu den Fahrzeugen schaffen eine Atmosphäre, die selbst jüngere Besucher in den Bann zieht. Zusammen mit den archaischen Steherrennen entstand erneut jener einzigartige Mix, den es in der Schweizer Sportszene kein zweites Mal gibt.
Im Mittelpunkt stand Motorsportlegende Fredy Lienhard. Der Ostschweizer Unternehmer und Daytona-Sieger begeisterte mit drei Formel-2-Boliden aus den 1970er-Jahren.
Der 78-Jährige ging mit seinem Sohn Alexander an den Start – ein generationenübergreifendes Bekenntnis zur Rennsport-Leidenschaft.
Dass «Indianapolis Oerlikon» Jahr für Jahr Tausende Motorsportfans und Dutzende Medienschaffende aus dem In- und Ausland anzieht, ist einer Idee des legendären TV-Mannes Willy Kym zu verdanken. Der unvergessene Oerliker, der 2011 verstorben ist, wollte der traditionsreichen Rennbahn ein breiteres wirtschaftliches Fundament geben – und schuf 2002 gemeinsam mit Gleichgesinnten einen Anlass, der längst Kultstatus erreicht hat.
Fazit für den Klein Report: Der diesjährige Publikumsaufmarsch zeigt, gute Ideen altern nicht. Im Gegenteil – sie gewinnen mit jeder Ausgabe an Charme und Strahlkraft.
Selbst in einer Stadt, in der das (Lasten)-Velo sonst mehrheitsfähiger ist als die Fortbewegung per Auto.




