Wenn Eishockey mehr ist als Sport, wird das Spiel zum Instrument für Integration und internationale Begegnung.
Genau diesen Anspruch verfolgt das United Hockey-Camp der Stiftung «Coubertin meets Dunant», das am Freitag in Langnau auch mit einer Podiumsdiskussion sichtbar wurde – moderiert von Steffi Buchli.
Die Idee: Sport soll verbinden, unabhängig von Herkunft oder politischen Grenzen. Die Stiftung will damit den Gedanken von Pierre de Coubertin und Henry Dunant weiterführen – Leistungssport trifft Humanität.
Ziel ist es auch, mediale Aufmerksamkeit zu schaffen, um weitere Klubs und Verbände für die Integration von geflüchteten Talenten zu sensibilisieren.
Im Zentrum des Camps stehen 40 junge Spieler: aus der Schweiz mit den SCL Young Tigers, aus Deutschland, der Ukraine, dem Iran und dem Libanon. Zwei belarussische Athleten konnten nicht einreisen – ein Hinweis auf die politischen Realitäten, die den Sport ebenfalls prägen.
Prominente Ex-Spieler wie Martin Gerber, Mathias Seger und Thierry Paterlini begleiten das Camp als Coaches auf dem Eis. Die International Ice Hockey Federation (IIHF) unterstützt das Projekt finanziell und organisatorisch und positioniert sich damit bewusst auch jenseits der Elite-Weltmeisterschaft, die derzeit in Zürich und Fribourg stattfindet.
Wie konkret globale Unterschiede wirken, zeigte die Anreise der libanesischen Spieler: Nach gestrichenen Flügen und Visa-Problemen erreichten sie Langnau erst nach 30 Stunden Reisezeit – erschöpft, aber sichtbar erleichtert.
Die Podiumsdiskussion, moderiert von Steffi Buchli, betonte die langfristige Idee: ein wiederkehrendes Camp-System, bei dem jeweils ein WM-Gastgeberland den nächsten Durchgang mit internationalen Teams organisiert. Ein Kreislauf der Begegnung soll entstehen.
Auf dem Podium wendete sich Mayi Cruz Blanco, Stiftungsrätin von «Coubertin meets Dunant», an die 100 anwesenden Gäste: «Integration ist eine so wichtige Aufgabe des Sports. Dass bereits den jungen Spielern vermittelt wird, wie wichtig eine gelungene Integration sein kann, ist einer der sehr spannenden Punkte dieses Camps. Dass sie dies aus erster Hand von Eishockey Legenden vermittelt bekommen, gibt den Aussagen Tiefe und Gewicht und kann die Haltung von Jugendlichen langfristig prägen.»
Auch ein junger Flüchtling kam auf dem Podium zu Wort. Hlib Dziubenko – aus der Ukraine in die Schweiz geflüchtet – äusserte sich sichtlich emotional: «Ich bin so dankbar, dass ich mit dem Eishockey so gut und schnell Fuss fassen durfte in der Schweiz. Ich habe die Sprache im Team gelernt – und in der Schule die Grammatik. Ohne den Sport wäre ich heute sicher nicht an diesem Punkt!»
Dziubenko ist mit 14 Jahren ohne Eltern in die Schweiz gekommen – und heute bestens integriert. Durch die Unterstützung von «Coubertin meets Dunant» konnte er sportlich, aber auch in der Ausbildung seinen Weg gehen.
Das Programm der Camp-Woche reicht vom WM-Besuch über Betriebsbesichtigungen bis zum Charityspiel.
Unterstützt wird das Projekt von Partnern – unter anderem vom Swiss-Ice-Hockey-Hauptsponsor Denner, von Stiftungen und auch von lokalen Akteuren in Langnau.
Hinter der Stiftung steht ein breit abgestützter Stiftungsrat mit Persönlichkeiten aus Sport, Medien und Gesellschaft. Am Charity-Dinner nahmen zahlreiche Persönlichkeiten teil – unter anderem der Präsident der International Ice Hockey Federation (IIHF) Luc Tardif, aber auch Urs Kessler (Präsident Swiss Ice Hockey), Peter Jakob (Präsident SCL Tigers) sowie die Eishockey-Legenden Mathias Seger und Martin Gerber.
Am Ende bleibt die Vision klar: Sport als Brücke. In Langnau wurde sie für eine Woche konkret erlebbar.



