Heute wird jede Bewerbung aufgepimpt: Mit künstlicher Intelligenz fehlerfrei, strategisch optimiert und auf den Punkt auf die Stelle zugeschnitten.
Dieser Crack muss es sein. Zwei Drittel, die einen Job suchen, machen das heute so.
Zuvorderst liegt die Schweiz mit 86%, gefolgt von Polen mit 75%, den Niederlanden mit 74%, Österreich 73%, Belgien und Spanien mit 71%, Deutschland und UK bringen es auf 67%, Frankreich 64%, Portugal 63% und dann abfallend am Schluss Italien mit 55%.
Aber ist das auch im Sinn der Arbeitgeber? Die Jobsuchenden nutzen generative KI, «um ihre Lebensläufe zu optimieren, Anschreiben zu perfektionieren und sich selbst auf dem Papier besser darzustellen», wie aus der aktuellen Talent Trends Studie 2026 des Headhunter-Unternehmens Michael Page hervorgeht.
Auch die Arbeitgeber setzen KI beim Recruiting ein. Sie wollen wiederum Bewerbungen schneller sichten, Stellenanzeigen erstellen oder Kandidatenprofile vergleichen. KI gegen KI also, wie der Klein Report bilanziert.
Gemäss der Studie werde auf Unternehmensseite in Deutschland KI vor allem als Effizienzhebel (55%) wahrgenommen. «Unter den Unternehmen, die KI bereits einsetzen, berichten 79 Prozent von positiven Effekten bei der Erstellung und Verbesserung von Stellenanzeigen», heisst es etwa.
58% sähen Vorteile dabei, Lebensläufe von Bewerberinnen und Bewerbern zu prüfen oder zu bewerten.
Der Nachteil: Klassische Bewerbungsunterlagen sind schwerer einzuordnen. «Sie zeigen weiterhin berufliche Stationen und formale Qualifikationen, sagen aber weniger darüber aus, wie eigenständig, reflektiert oder passend sich eine Person tatsächlich präsentiert», so die Talent Trends Studie.
Es entstehe zwar ein Prozess, der sehr effizient wirke, aber nicht automatisch zum Ziel führe. Die zentrale Frage bleibe, wer steht wirklich hinter dieser Bewerbung, und wie können Unternehmen das sicher erkennen.
Dass die Bewerber KI nutzen, sei nicht das Problem, sondern, dass dadurch Individualität verloren gehen könne. «Die persönliche Handschrift, die Idee hinter einem Anschreiben oder die Art, das eigene Berufsleben zu erzählen, wird geglättet», heisst es weiter.
Am Ende klängen zwar viele Bewerbungen professionell, aber auch erstaunlich ähnlich.
Genauso wie Texte, die Journalisten KI-generiert rauslassen. Mehr vom Gleichen, der sogenannte Einheitsbrei.
Schön, haben Sie diesen (nicht KI-generierten) Text des Klein Reports bis zum Ende gelesen.




