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Freitag
03.07.2026

TV / Radio

Isabell Beer (NDR) gibt Auskunft (Screensh/ARD)

Isabell Beer (NDR) gibt Auskunft (Screensh/ARD)

Die Investigativ-Journalistinnen des NDR Isabell Beer und Isabel Ströh haben mit ihren Recherchen eine internationale Ermittlungsoperation gegen ein weltweit organisiertes Vergewaltiger-Netzwerk ausgelöst.

Nun leiten britische und deutsche Ermittler die Operation unter dem Namen «Medusa».

Ende 2024 hatten die beiden NDR-Journalistinnen erstmals im YouTube-Rechercheformat STRG_F berichtet, wie Mitglieder des Vergewaltiger-Netzwerkes Frauen betäuben und vergewaltigen sowie die Aufnahmen der Taten in Chatgruppen teilen.

Auch über öffentlich zugängliche Webseiten wurden diese Inhalte geteilt, berichten Beer und Ströh später bei STRG_F und dem ARD-Politikmagazin Panorama.

«Weltweit wurden bereits 156 Opfer und Täter identifiziert, 113 Ermittlungsverfahren ausgelöst und es kam zu 57 Festnahmen, berichtet die britische National Crime Agency (NCA) heute auf einer Presseveranstaltung in London. Die NCA spricht hier von organisierter sexualisierter Gewalt unter Betäubung», schreibt der NDR in einer Medienmitteilung zum Fall.

Nigel Leary, Stellvertretender Direktor bei der National Crime Agency (NCA) lobt die beiden Investigativ Journalistinnen aus Deutschland: «Sie lieferten den deutschen Strafverfolgungsbehörden Informationen über organisierte Sexualstraftaten und häusliche Gewalt, die von Männern gegen Frauen verübt wurden - insbesondere über ein Online-Forum. Ihre Beharrlichkeit hatte zweifellos konkrete Auswirkungen auf die Betroffenen dieser entsetzlichen Verbrechen.»

Beteiligt an der Operation «Medusa» sind Ermittlungsbehörden in Deutschland, Grossbritannien, Kanada, USA, Brasilien, Frankreich, Ungarn, Niederlande und Spanien.

Die beiden NDR Journalistinnen recherchieren seit mehreren Jahren für STRG_F und sind dabei auf Dutzende Chatgruppen und Nutzer auf Pornoseiten gestossen, die sich online über viele Jahre zu einem internationalen Vergewaltiger-Netzwerk organisiert haben. Eine dieser Gruppen hatte über 70’000 Mitglieder.

Im Netzwerk tauschen sich Nutzer detailliert darüber aus, wie Frauen unbemerkt betäubt und vergewaltigt werden können, planen Übergriffe und verbreiten anschliessend Fotos und Videos der Taten. Betroffen sind häufig Frauen aus dem direkten Umfeld der Nutzer, darunter Ehefrauen, Partnerinnen und Schwestern.

Die Journalistinnen hatten Ermittlungsbehörden im In- und Ausland seit 2022 auf das internationale Vergewaltiger-Netzwerk hingewiesen.