Die Ausstellung «Körperwelten» von Gunther von Hagens und seiner Ehefrau Angelina Whalley haben nach Angaben des Instituts für Plastination weltweit bisher 58 Millionen Menschen angeschaut.
Erstmals zeigte von Hagens 1995 seine durch ihn plastinierten, überwiegend menschlichen Körper in Japan. Erfunden hat er das Verfahren dauerhafter Konservierung biologischer Präparate nach seinem Medizinstudium 1977 an der Universität Heidelberg.
Die nicht unumstrittene Wanderausstellung, die mit viel Public Relations begleitet wurde, machte auch 2000 in Basel und 2009 und 2021 in Zürich halt.
«Was zuvor vor allem dem Seziersaal und dem anatomischen Lehrbuch vorbehalten war, machte er für ein Laienpublikum unmittelbar erfahrbar: die Komplexität, Verletzlichkeit und Schönheit des menschlichen Körpers», schreibt das Institut für Plastination am Montag und erklärte, dass «Dr. Gunther von Hagens, Erfinder der Plastination und Schöpfer der Körperwelten Ausstellungen, am 24. Juli 2026 im Alter von 81 Jahren verstorben ist».
Gemeinsam mit seiner Ehefrau und Kuratorin, Dr. Angelina Whalley, hat von Hagens die Ausstellungen gemacht. «Gunther wollte den Menschen den Blick unter die Haut ermöglichen – nicht aus Sensationslust, sondern aus der tiefen Überzeugung heraus, dass Wissen über den eigenen Körper zu einem bewussteren, gesünderen und verantwortungsvolleren Leben beitragen kann.»
Vonseiten des Instituts für Plastination heisst es, dass ein zentraler Bestandteil von von Hagens’ Werkes die Körperspende geweisen sei. «Die in den Körperwelten gezeigten menschlichen Präparate stammen von Menschen, die zu Lebzeiten verfügt haben, ihren Körper nach dem Tod für Plastination, Wissenschaft und anatomische Aufklärung zur Verfügung zu stellen.»
Gunther von Hagens wurde am 10. Januar 1945 in Alt-Skalden, im heutigen Polen, geboren und wuchs in der DDR auf. Nach einem Fluchtversuch wurde er inhaftiert und gelangte später in die Bundesrepublik Deutschland.
1993 gründete er das Institut für Plastination in Heidelberg, danach 2006 das Plastinarium in Guben in Brandenburg an der polnischen Grenze.




