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Donnerstag
04.06.2026

TV / Radio

Ruoff verstarb am Dienstag kurz vor seinem 82. Lebensjahr... (Bild: © SRF)

Ruoff verstarb am Dienstag kurz vor seinem 82. Lebensjahr... (Bild: © SRF)

Der langjährige Mitarbeiter des Schweizer Fernsehens Robert Ruoff ist am Dienstag kurz vor seinem 82. Lebensjahr verstorben.

Ruoff hat als Fernsehjournalist den politischen und publizistischen Stil des Schweizer Fernsehens in den 1980er und 1990er Jahren «wesentlich mitgeprägt», erinnert sich sein Weggefährte Urs Alter gegenüber dem Klein Report. 

Alter hatte Robert Ruoff als Ausbildungsleiter von Radio und Fernsehen DRS kennengelernt. 

«Im Fokus standen immer wieder die Politsendungen, in denen nach Meinung der Kritiker die Linken und Probleme von Randgruppen zu viel Aufmerksamkeit erhielten. Ruoff hielt sich in dieser Zeit an sein Credo als politischer Journalist», so Alter weiter.

Ursprünglich studierte Robert Ruoff Publizistik in Berlin. 1981 kam er zum Fernsehen DRS und arbeitete zuerst als Redaktor bei der «Rundschau», dann als Moderator und stv. Leiter bei der «Tagesschau». Auch die «Freitagsrunde», dem Vorläufer der heutigen «Arena», moderierte der TV-Journalist.

Später wurde aus dem Politjournalisten eine Figur im Hintergrund. Von 1989 bis 1991 war Ruoff persönlicher Mitarbeiter des damaligen SRG-Generaldirektors Antonio Riva

Der damalige Fernsehdirektor Peter Schellenberg holte Ruoff dann wieder zurück nach Leutschenbach als Pressechef und Leiter der Kommunikation. 1996 wechselte er in den Bereich Bildung, den er bis zu seinem Weggang von der SRG im Jahr 2004 leitete. 

Nach seinem Weggang von der SRG war Robert Ruoff von 2004 bis 2007 für alt Bundesrat Adolf Ogi tätig, damals Uno-Sonderberater für Sport. Er machte für Ogi die Medienarbeit. 

Daneben publizierte er unter anderem auf der Plattform «Infosperber» und in der «Medienwoche».

2017 lancierte Ruoff ein Projekt mit der Frage: «Wie kann und soll ein demokratischer, vielfältiger Service public der Medien in der digitalisierten Schweiz mit ihrer direkten Demokratie gestaltet und gesichert werden?»

Für ihn ging die SRG mit der damals vorgesehenen Strategie einen falschen Weg. 2017 lancierte er das «Kompetenznetzwerk Mediendemokratie», das den Service public in der digitalen Transformation neu denken wollte. In zahlreichen Workshops bis 2021 wurden Ideen gesammelt und miteinander vernetzt.

Für die Umsetzung brauchte es Geld und Zeit. «Robert Ruoff hatte nicht mehr die Kraft, das Projekt weiterzuführen. Sein jahrelanger grosser Einsatz für Medien in einer Demokratie hinterliess bei ihm Spuren, und es kündigte sich eine Krankheit an, die ihn verstummen liess», so sein Weggenosse Urs Alter weiter.

Robert Ruoff zog von seinem geliebten Jura weg nach Solothurn, wo er am 2. Juni kurz vor seinem 82. Lebensjahr starb.