Das Thema CTV, also Connected TV, ist in aller Munde. Darunter fallen Fernsehgeräte, die mit dem Internet verbunden sind oder Geräte, über die Streaming-Dienste, Video-on-Demand (VoD) oder Mediatheken auf dem TV-Bildschirm abrufbar sind.
Der Klein Report hat nach dem Schweizer Screenforce-Tag beim CEO der Goldbach Media, Alexander Duphorn nachgefragt, wo die Schweiz aus seiner Sicht bezüglich Connected TV steht.
Was fällt für Goldbach Media alles unter den Begriff CTV?
Alexander Duphorn: «Bei Goldbach bieten wir auch Werbeformen auf dem Connected TV an. Das sind Werbebotschaften, die auf TV-Geräten mit Internetanschluss (via Smart TV, Sticks, Konsolen etc) innerhalb von Streaming-Plattformen ausgestrahlt werden. Bei uns fallen darunter Streaming-Plattformen von unseren Publishern RTL, SevenOne, CH Media, M6 und TF1. Dazu kommen noch weitere TV-Sender sowie auch Plattformen von Cinergy mit Teleboy oder Dailymotion sowie auch Inventare von Samsung. Darüber hinaus sehen wir auch die Replay Ads als Teil des CTVs.»
Wo steht CTV aus Ihrer Sicht in der Schweiz?
Duphorn: «Der Big Screen ist relevanter denn je und wir sehen, dass der Grossteil der Big Screen-Nutzung weiterhin auf TV-Inhalte fällt. All diese CTV-Apps der Publisher von Joyn über Oneplus und TF1+ bis RTL+ schaffen ein relevantes digitales Angebot auf dem Big Screen. Goldbach alleine erreicht im Digital TV Network über 300 Millionen Impressions im Monat und mit den Replay Ads im Jahr fast 1 Milliarde Ad Requests. Dabei handelt es sich um eine Reichweite mit bester Wirkung, dank hoher Aufmerksamkeit und Lean-Back-Nutzungssituation.»
Einige sprechen von Total Video. Was fällt hier genau unter den Begriff, denn bereits zeitversetztes lineares TV könnte man möglicherweise als Video betiteln?
Duphorn: «Zeitversetztes TV sehen wir als Teil von Total Video. Zum ’Total’ braucht es aber definitiv noch Online Video Data. Lineares TV und Replay Ads messen wir bereits seit Jahren auf höchstem Standard und personenbezogen mit Unterstützung von Panel- und Auslieferungsdaten der Verbreiter. Zum Total Video fehlen noch Online Video Ads.»
Im Sommer kommt die Video Ad Messung von Mediapulse auf den Markt und schafft damit die konvergente Bewegtbildmessung von Mediapulse. Was erhoffen Sie sich als Profi von den Erkenntnissen?
Duphorn: «Ab diesem Sommer misst Mediapulse mit Goldbach als erster Vermarkter auch die Online Video Data, die dann auch CTV-Werbeformen beinhalten und schnell in das Standard Planungs- und Auswertungstool der Schweiz aufgenommen werden. Wenn wir dann über alle Video-Werbemittel wie TV, Replay und Online Video eine Nettoreichweite messen können, dann ist das für uns Total Video.»
Die Auftraggeberseite möchte je länger je mehr 1 Auftrag, 1 Buchung rausgeben. Wie stehen Sie dem gegenüber?
Duphorn: «Gerne möchten wir für alle unsere Inventare alle Buchungs-, Planungs- und Auswertungsmöglichkeiten zur Verfügung stellen, die unsere Kunden möchten. Dabei werden unterschiedliche KPIs erfüllt. Mit TV+ bieten wir in Zukunft genau diese Möglichkeit an, TV, Replay Ads und Online Video gemeinsam zu planen und auszuwerten. Allerdings planen und bewerten viele Kunden und Agenturen diese Werbemittel noch unterschiedlich, was sich in unserem Angebot entsprechend widerspiegeln wird, solange die Nachfrage in unterschiedlichen Silos daherkommt. Den Screenforce Day gibt es in der Schweiz seit 2015. Zu Beginn als Gattungsinitiative gestartet, hat sich der Vermarktungsanlass stetig weiterentwickelt.»
Was waren die Highlights dieses Jahr im Kongresshaus Zürich für Sie persönlich?
Duphorn: «Der Purpose für den Screenforce Day ist klar. Wir zeigen, dass TV weiterhin das Nr. 1 Bewegtbildmedium ist und was es relevant macht und warum es für unsere Kunden die beste Wirkung erzielt. Am letzten Screenforce Day haben mir besonders die Forschungseinblicke Screenforce-Studien gefallen, aber auch das Referat der Werbelegende Jean-Remy von Matt. Die Veranstaltungsreihe Screenforce ist einigen Ländern präsent. Am 2. Juli findet in Düsseldorf das Screenforce Festival 2026 statt. Das nach eigenen Angaben grösste Bewegtbildfestival im DACH-Raum findet zum zwein Mal statt.»
Was sind die Zukunftspläne für die gesamte Screenforce-Reihe in Europa?
Duphorn: «Mit Screenforce hat sich die DACH-Organisation als Gattungsinitiative für Total Video gefunden. Es gibt entsprechende Initiativen in anderen Ländern, wie Thinkbox in Grossbritannien. Man schaut bestimmt auf die Entwicklung in den anderen Ländern und lässt sich von Studien und Erfahrungen dieser Organisationen inspirieren. Am Ende bleibt es dabei, dass TV überall die Nase vorn hat und die Kommunikationspläne unserer Kunden bestens unterstützt.»



