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Donnerstag
13.08.2026

Medien / Publizistik

Renggli: «Daniel Germann war ein herausragender Journalist und eine grossartige Persönlichkeit»... (Bild: zVg / Sportpresse)

Renggli: «Daniel Germann war ein herausragender Journalist und eine grossartige Persönlichkeit»... (Bild: zVg / Sportpresse)

Es gibt Momente im Leben, die würde man am liebsten ausblenden und löschen – und das Rad der Zeit mit aller Kraft zurückdrehen. 

So ging es mir am Donnerstag um 11.36 Uhr, als eine tieftraurige WhatsApp-Nachricht eintraf: «Liebe Familie und Freunde, leider muss ich Euch mitteilen, dass Dänu gestern Mittwoch, 12.8.2026, um 11.00 friedlich eingeschlafen ist.»

Zuerst dachte ich an einen Irrtum. Doch die Worte liessen keinen Zweifel: Daniel «Dänu» Germann hat sich in die Ewigkeit verabschiedet. Mit nur 62 Jahren. Sein Lachen ist verstummt, sein Schalk und seine Herzlichkeit bleiben in der Erinnerung all jener, die ihn gekannt haben.

Als ich Dänu Anfang der 1990er-Jahre auf der Redaktion der Sportinformation am Zürcher Sihlquai kennenlernte, war ich noch keine 21 Jahre alt. Er war bereits ein profilierter Eishockey- und Tennisjournalist. Ich schaute zu ihm auf.

Er behandelte mich jedoch nie von oben herab. Im Gegenteil: Er ermutigte mich, selber zu schreiben – über Eishockey. Eigentlich hatte ich mich eher auf den Fussballtribünen gesehen. Weil dort aber alle Plätze besetzt waren, führte mein Weg aufs Glatteis. Eine Weichenstellung, die mein Berufsleben prägen sollte.

Daniel Germann hatte daran entscheidenden Anteil. Er schickte mich als Neuling an meine erste A-Weltmeisterschaft nach Finnland. Später blieb er mein Mentor aus der Ferne – und mein umsichtiger Wegbegleiter auf unzähligen journalistischen Reisen. Die vorweihnachtlichen Abstecher in die Slowakei waren ebenso legendär wie die WM-Wochen in Helsinki, St. Petersburg oder Québec. Auf Dänu war Verlass: als Kollege auf der Medientribüne ebenso wie als heiterer Gefährte beim gemeinsamen Nachtessen nach getaner Arbeit.

Wie so viele Journalisten wechselte auch er im Lauf seiner Karriere die Redaktionen. Nach Stationen beim «Tages-Anzeiger» und der «Berner Zeitung» führte ihn sein Weg schliesslich zur «NZZ». Dänu war ein Berner Oberländer mit Weitblick und internationalem Horizont. Dass er bei der «alten Tante» landete, passte zu ihm.

Verpasst haben wir uns leider in den vergangenen Monaten. Im letzten Herbst rief er mich an und schlug ein Treffen vor. Damals erzählte er mir von gesundheitlichen Problemen, war aber überzeugt, diese überwunden zu haben. Immer wieder nahm ich mir vor, ihn anzurufen und den Termin zu vereinbaren. Einmal erreichte ich ihn nicht, ein anderes Mal war ich unterwegs. Trotzdem war ich sicher: Bald sitzen wir zusammen in einer Bar oder einem Gartenrestaurant am Sechseläutenplatz und stossen mit einem Glas Weisswein an.

Am 12. August hat sich diese Vorstellung aufgelöst. Ich schlucke leer und wische mir die Tränen aus den Augen.

Mit Daniel Germann hat uns ein hervorragender Journalist verlassen. Vor allem aber ist ein wunderbarer Mensch gegangen – und ein Freund, den man nicht ersetzen kann.

Lieber Dänu, ich danke Dir für alles. Ich wünsche Dir eine gute Reise und viel Freude bei den Engeln. Wir sehen uns wieder. Ganz sicher. Ruhe in Frieden.