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Montag
31.08.2026

Medien / Publizistik

Linksautonome Machtdemonstration - und die Stadtpolizei schaut zu… (Bild: Sreenshot Tele Züri)

Linksautonome Machtdemonstration - und die Stadtpolizei schaut zu… (Bild: Sreenshot Tele Züri)

In der Zürcher Innenstadt herrschte am Wochenende Ausnahmezustand: Rund 100 vermummte Personen besetzten den Lindenhof, verbarrikadierten Zugänge und kontrollierten zwei Tage einen der prominentesten öffentlichen Plätze Zürichs. Die Stadtpolizei rückte an – und liess sie gewähren.

Auch die Stadt machte gute Miene zum bösen Spiel. Sie schrieb zwar selber in einem Communiqué, die Besetzer stammten «vorwiegend aus der linksautonomen Szene». Nach einer polizeilichen Lagebeurteilung und «nach Rücksprache mit der Sicherheitsvorsteherin» Karin Rykart (Grüne) wurde entschieden, die Aktion bis Sonntag zu tolerieren.

Am Ende blieben Lärmklagen und Sprayereien. Nachbarn schilderten gegenüber dem Klein Report wenig idyllische Nächte: Lärm, Unsicherheit und ein «permanentes Gefühl der Furcht». Niemand habe gewusst, wie sich die Besetzung entwickeln würde.

Pikant: Der «Tages-Anzeiger» berichtet, dass Zugänge verbarrikadiert wurden. Am Samstagabend hätten die Besetzenden laut Augenzeugen sogar Eintritt von Personen verlangt, die auf den Lindenhof wollten. Wer nicht bezahlte, sei abgewiesen worden.

Dennoch klingt die Berichterstattung von Ev Manz und Simon Angelo Meier erstaunlich sanft bis harmlos. Aus den «vermummten Personen» der Stadtmitteilung werden bei «20 Minuten» und im «Tages-Anzeiger» vor allem «Aktivisten» oder «Aktivistinnen». Der Zugang sei beim «Tages-Anzeiger» bloss «zeitweise eingeschränkt» gewesen.

Përparim Avdili, Präsident der Stadtzürcher FDP, findet gegenüber dem Klein Report klare Worte: «Solche Aktionen kann man den Bewohnern, aber auch den Touristen nicht zumuten. Selbstverständlich steht die Meinungsfreiheit über allem, aber dass die Stadt die Besetzung durch eine extremistische Gruppierung zulässt, passt nicht in eine liberale Gesellschaft.»

Was hätte geschehen müssen? Avdili: «Die Stadtpolizei hätte den Lindenhof schon am Freitag räumen müssen. Subito, presto.» Noch härter fällt seine Kritik an Rykart aus: «Man muss sich fragen, ob sie in ihrer Funktion die richtige Person ist. Es kann nicht sein, dass die Stadtpolizei eine extremistische Gruppierung schützt.»

Auf die Sprayereien angesprochen, sagt Avdili: «Normalerweise gewichtet die politische Linke den Denkmalschutz so hoch, dass sie damit sogar neuen Wohnraum verhindert. Nun aber macht sie die Augen zu, wenn historische Bauten verschandelt werden».

Mittlerweile sind die Besetzer abgezogen - ohne grosse Eskalation. Das ist erfreulich. Doch die entscheidende Frage bleibt: Nach welchen Kriterien toleriert Zürich eine illegale Besetzung – und wann wird geräumt?

Der Verdacht steht im Raum, dass für Linksautonome andere Massstäbe gelten. Karin Rykart wird erklären müssen, weshalb.