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Freitag
14.08.2026

Medien / Publizistik

Phönix oder nur Asche? Adrian Steiner hofft auf ein Herbstwunder… (Bild: Screenshot SRF)

Phönix oder nur Asche? Adrian Steiner hofft auf ein Herbstwunder… (Bild: Screenshot SRF)

Löhne fehlen, Gagen verpuffen, Schulden wachsen ins Uferlose: Die Schweizer Kultur-Manege «Das Zelt» steht vor dem Kollaps.

Während Gründer Adrian Steiner vor den SRF-Mikrofonen behauptet, er würde wie Phönix aus der Asche steigen, sichern sich Showgrössen wie das Comedy-Duo Divertimento bereits ab.

Zweieinhalb Jahrzehnte lang rollte der Tross von Adrian Steiner glamourös durch die Schweiz. Doch jetzt droht das Chapiteau vollends einzustürzen. Die Schulden liegen weit über den bisher angenommenen 2,5 Millionen Franken, Künstler und Angestellte warten vergeblich auf ihr Geld – wie der Klein Report als Erster berichtete.

Sogar Medienpartner Ringier roch die Lunte frühzeitig und verliess beim ersten Aufglimmen der Krise stillschweigend das sinkende Schiff.

Doch Steiner gibt sich nicht geschlagen. Der Basler Anwalt nutzt die SRF-Bühne zur Schadensbegrenzung, macht gestrichene Kreditlinien sowie die Berichterstattung verantwortlich – und träumt trotzig von Phönix und der Asche.

Auffallend verharmlosend gab sich dabei die SRF-«Tagesschau» vom 11. August: Statt den «Zelt»-Patron hart zu befragen, wurde Adrian Steiner mit Samthandschuhen angefasst und durfte vor Millionenpublikum seine Durchhalteparolen verbreiten, obwohl die Betreibungen ständig angestiegen sind.

Die Realität auf der Bühne sieht nämlich noch viel düsterer aus. ESC-Star Remo Forrer etwa wartet seit Monaten auf seine Gage – und hat das Geld gedanklich längst abgeschrieben. Von «Das Zelt» hat er genug: Der Ostschweizer tourt künftig in Eigenregie, andere Performer spielen nur noch gegen strikte Vorkasse.

Hoffnung setzen die Macher auf Zugpferde wie Divertimento. Doch das Erfolgs-Duo um Manu Burkart und Jonny Fischer sichert sich ab.

Management-Vertreter Philipp Schweiger (Keep Cool Produktion) bestätigt zwar die Tourenplanung ab November, betont aber gegenüber dem Klein Report am Freitag ganz unaufgeregt: «Wir sind optimistisch, dass Divertimento wie vorgesehen bei ‚Das Zelt‘ auftreten kann, aber wir haben einen Plan B.»

Da Divertimento die Location nur mietet und nicht auf Steiners Gehaltsliste steht, verfolgt das Erfolgsduo das Trauerspiel mit relativer Gelassenheit.

Ob Steiners Imperium tatsächlich neu erstrahlt oder im finanziellen Totalschaden endet, zeigt sich in den nächsten Wochen. So oder so: Die Zündschnur brennt. Und der grosse Knall könnte noch vor Aufhebung des nationalen Feuerwerksverbots ertönen.