Klein Report

Freitag, 4. Mai 2007
Werbung zwischen Lauterkeit und Kreativität

Am Tag der Schweizer Werbung (SW) vom 4. Mai hat sich die neue Präsidentin der Lauterkeitskommission (LK), SP-Nationalrätin Pascale Bruderer erstmals den SW-Mitgliedern vorgestellt. Ihr Referat stiess eine Diskussion über Lauterkeit und Kreativität in der Werbung an.

«Weil Werbung so präsent ist, ist die Arbeit der Lauterkeitskommission so wichtig», sagte die neue Präsidentin des Ethik-Gremiums der Schweizer Werbung auf Schloss Lenzburg. Die Nachfolgerin der heutigen Bundesrätin Doris Leuthard betonte die Stichworte Respekt und Fairness, die auch in der Werbung gelten sollen. Im weiteren gab sie drei Ziele bekannt, die sie sich gesetzt habe: Sie will erstens die Bekanntheit der LK steigern, wozu sie vielleicht einen neuen Titel benötige. Zweitens will sie ihre Wirksamkeit erhöhen, die Urteile breiter bekannt machen und vielleicht mit anderen Gremien mit ähnlicher Zielsetzung (zum Beispiel der Presserat) vermehrt zusammenarbeiten. Und drittens ist es ihr ein Anliegen, die Regeln der LK weiterzuentwickeln, falls sich dies als nötig erachten solle. Namentlich der «Kampf gegen sexistische Werbung» ist ihr nach eigener Aussage ein wichtiges Anliegen und ein Hauptgrund, weshalb sie das LK-Präsidium übernommen hat.

Der Klein Report befragte anschliessend einige bekannte Werber, wie sie Lauterkeit und Kreativität vereinen. Es sind dies Fredy Collioud (Publicis), Susanne Baumgartner (Wirz Werbung), Peter Leutenegger (Draft-FCB) und Andy Hostettler (JWT+H+F). Interessant: Einzelne erleben die Existenz der LK als hilfreich in der täglichen Arbeit, andere sehe sie eher als Einschränkung. Trotzdem plädierte niemand für deren Abschaffung. Werbung ist eben ein kreativer Prozess und muss sich ständig im aktuellen gesellschaftlichen und rechtlichen Umfeld neu definieren.