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Freitag
7.12.2018

Medien / Publizistik

Funiciello blieb cool im Clinch mit Schawinski

«Wir reden über Sie und Ihr Verhalten und Ihre Methode! Und Ihr Verhalten ist sexistisch», warf Roger Schawinski der Juso-Chefin Tamara Funiciello in seinem Talk vom 3. Dezember, notabene zwei Tage vor der Wahl von zwei neuen Bundesrätinnen, an den Kopf.

Tamara Funiciello ist eine sehr schlagfertigte und kluge Disputantin. Keine vermag den deutschschweizerischen Diskurs über strukturelle Gewalt so zu benennen wie sie. Dafür wird die sozialdemokratische Streiterin von einzelnen Medienschaffenden regelrecht gehasst.

Zwar sorgt die junge Frau immer wieder selber für dicke Schlagzeilen, doch was sich Tamara Funiciello schon alles hat bieten lassen müssen, übersteigt viele bekannte Attacken gegen Frauen in der Öffentlichkeit. Tamara Funiciello blieb eloquent und ruhig, selbst dann, als Roger Schawinski sie wieder und wieder persönlich angriff.

Sie konterte: «Wie viele Vergewaltigungsdrohungen haben Sie als Mann denn schon gekriegt?» und «Wir sitzen hier in einer Sendung, die gleich heisst wie Sie. Sie können sich nicht beklagen, sich nicht verteidigen zu können.»

Nach «20 Minuten» verlor Roger Schawinski die Contenance und warf via persönlichen Mailaustausch Tamara Funiciello vor, eine «Lügnerin» zu sein. Irgendwann war keine Rede mehr von «Gewalt an Frauen», sondern das Gespräch geriet zur persönlichen Abrechnung von Roger Schawinski gegen Tamara Funiciello, die jedoch ruhig blieb.

Fazit: Wer etwas über strukturellen Sexismus verstehen will, ist mit dieser Sendung als Anschauungsbeispiel und aufgrund der spannenden Antworten von Funiciello gut bedient.