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Sonntag
17.03.2013

Jeden Tag eine Schreckensbotschaft, jeden Tag eine Warnung: US-Präsident Barack Obama sieht die Gefahr eines grossen Cyber-Krieges. Er mahnt die Chinesen, schmiedet Abwehrpläne und berät mit Wirtschaftsbossen den Ernstfall. Hinter der Panikmache steckt auch politisches Kalkül, wie Spiegel Online am Wochenende meldet.

Barack Obama hat in dieser Woche gezeigt, dass Politik nicht nur Handwerk, sondern auch Kunst ist. In Sachen Cybersecurity inszenierte der US-Präsident ein politisches Schauspiel samt Spannungsbogen und Bösewicht. Nun wartet er die Wirkung seiner Botschaften ab.

Das Stück beginnt mit Tom Donilon, dem nationalen Sicherheitsberater des Präsidenten. Donilon weist zu Wochenbeginn auf die wachsende Sorge von US-Unternehmen hin, Opfer von Hackerangriffen aus China zu werden: «Peking sollte das ernsthaft untersuchen und diese Aktivitäten stoppen.» Der Bösewicht ist benannt.

Dann referiert US-Geheimdienstkoordinator James Clapper über die Bedrohungslage Amerikas. Nicht mehr terroristische Gefahren nennt er an erster Stelle, sondern mögliche Angriffe aus dem Cyberspace. Zugleich berichtet General Keith Alexander, Chef des Cyber Command, erstmals offen von Planungen für Gegenschläge: Das Militär werde bis 2015 mindestens 13 Einheiten mit «Offensiv-Fähigkeiten» für den Fall einer Attacke auf die USA schaffen.